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1. Bundesliga Herren: MFBC Löwen Leipzig zahlen Lehrgeld – 10:6-Niederlage nach desaströsem Schlussdrittel gegen Berlin

(JT) Samstagabend, 18.30 Uhr, Floorball-Premiere in der Max-Schmeling-Nebenhalle in Berlin. Und genau zu dieser Premiere strauchelten die MFBC Löwen Leipzig nun auch erstmals auswärts. Aus Sicht vieler Beteiligten stellten dabei weniger die Gegner ein Bein, sondern sich die Löwen selber. Ein fast sicher geglaubter und auch möglicher Sieg gegen „Überraschungsei“ Berlin wurde binnen 20 Minuten leichtfertig aus der Hand gegeben, bescherte den Löwen eine 10:6-Niederlage (3:4; 1:2; 6:0) und somit Rang 4 in der 1. Bundesliga.
Es berichtet Tim Hoidis:
Die Partie begann ausgeglichen, doch die Leipziger konnten im Laufe des ersten Abschnitts die Spielkontrolle mehr und mehr an sich reißen und erarbeiteten eine 4:3-Führung zur Drittelpause.
Auch nach der Unterbrechung schlossen die Löwen an ihre bissige, aber bis dahin vor allem disziplinierte Spielweise an. Ein schneller Torerfolg zum 3:5 stellte die Weichen auf Sieg, zumal man mit einem 2-Tore-Polster (4:6) in den Schlussabschnitt startete.
Dieser stand aber von Anfang an unter anderen Vorzeichen, nämlich denen eines konsequenten Leipziger Trainers. Denn was sich ab der 30. Minute allmählich andeutete, wurde in der Kabine und auf dem Taktik-Brett folgerichtig bestraft. Eine Vielzahl von Diskussionen auf dem Feld und im Team, welche in einer Zeitstrafe gegen den Leipziger Leistungsträger Fritsche gipfelte, veranlassten Makin, hart durchzugreifen und diesen aus dem Rennen zu nehmen. Dem Spiel konnte man fortan aus Leipziger Sicht nur noch schwerlich etwas Positives abgewinnen. Nach einem schnellen Doppelschlag der Hauptstädter zum 6:6-Ausgleich schien die Moral der Löwen gebrochen und in der Folge leistete man sich in allen Mannschaftsteilen fatale Fehler und kassierte vier weitere
Gegentore. Löwen-Trainer David Makin zog ebenfalls Rückschlüsse und hätte im Nachgang im gesamten Team härter durchgreifen wollen: „Obwohl wir das Spiel in den ersten beiden Dritteln gut im Griff hatten, gelang es uns nicht den erwünschten Vorsprung zu erarbeiten, der aufgrund des Spielverlaufs hätte realisierbar sein müssen. Im letzten Drittel, wie es auch das Drittelergebnis aufzeigt, lief dann nur noch sehr wenig zusammen. Gleichzeitig erhöhte Berlin mit einem konsequenten Forechecking den Druck und erwischte uns prompt auf dem falschen Fuß.
Zusammenfassend sind es viele Kleinigkeiten, die den Spielverlauf in der Form geprägt haben. Unter anderem auch die Tatsache, dass wir in diesem Spiel auf zwei erfahrene Verteidiger verzichten mussten und eine sehr junge Abwehr ins Rennen geschickt haben.“.
Ein 6:0 im letzten Drittel – die Zahlen sprechen Bände. Somit gaben die Löwen einen möglichen Sieg auf leichtfertige Weise aus der Hand. Die Mannschaft ist sich aber einig und spätestens nach dieser bitteren Erfahrung reif und erfahren genug, Fehltritte dieser Art nicht erneut zu begehen. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Sonntag, den 31.10.2010, um 16.00 Uhr, beim Heimspiel in der Brüderstraße Leipzig gegen die nun punktgleichen Red Devils aus Wernigerode.
Patrick Schmidt [T] , Marco Sachweh [T], Johann Wiederanders, Olli Jokiranta, Tim Hoidis [C] (0/1),
Stefan Marklowsky, Max-Richard Finger, Peter Dietel (0/1), Andre´ Mühle, Matthias Böthgen (1/0),
Christian Faber, Lukas Schönnagel (2/1), Aapo Kärki (1/1), Philip Schramm, Gunnar Pause (1/1), Christian Fritsche
(1/1), Wenzel Flemmig

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