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1. Floorball-Bundesliga Damen: Ausbaufähiger 6:1-Auftaktsieg (2:0, 0:1, 4:0) für MFBC Wikinger Grimma – MFBC Löwen Ladies Leipzig glückliche Verlierer (JT)

Den ersten Spieltag der 1. Floorball-Bundesliga der Damen konnten die amtierenden Deutschen Vize-Meisterinnen des MFBC Wikinger Grimma im stallinternen Duell gegen den MFBC Löwen Ladies Leipzig mit 6:1 für sich entscheiden.

Während das stark verjüngte Leipziger Team über weite Strecken bereits überzeugen konnte, wurden die Muldestädterinnen ihren Ansprüchen noch nicht ganz gerecht. Letztendlich stand zwar der erwartete Sieg der favorisierten Wikingerinnen zu Buche, doch die neuformierte und stark verjüngte Leipziger Mannschaft konnte sich über einen guten Saisonstart freuen, denn die Art und Weise des Leipziger Auftretens macht Hoffnung auf mehr.

Es berichten Ralf Kühne & Ulrike Czerny:

Das stallinterne MFBC-Duell brauchte nicht lange, um in Fahrt zu kommen: Die Fahrtrichtung ging vornehmlich in Richtung Leipziger Gehäuse. Allerdings waren die Abschlussversuche der Muldestädterinnen zu fahrig und es wurde auch zu wenig und unkonzentriert abgeschlossen. Torgarantin Anne-Marie Mietz musste in der ungewohnten Center-Rolle auflaufen und konnte sich zwei Drittel lang mit dieser neuen Aufgabe nicht anfreunden. Auch die vielen Abstimmungsprobleme im Vorwärtsgang blieb dem Grimmaer Trainergespann Ralf Kühne und Marcus Linke nicht verborgen. So konnte erst in der 10. Minute das erste Grimmaer Tor von Kapitänin Sonja Dietel auf Vorlage von Neuzugang Lisa Glaß bejubelt werden. Glaß, eine Leipziger Nachwuchsspielerin und in diesem Jahr nach Grimma gewechselt, gab ein ordentliches Debüt. Hier wird von Kühne noch einiges mehr erwartet, da Glaß auf Grund eines krankheitsbedingten Ausfalls fast die gesamte Vorbereitung versäumte. Den 2:0-Zwischenstand erzielte dann Mietz (Vorlage Susann Schiller) zwei Minuten später mit einem überlegten Beinschuss gegen die gute Leipziger Torfrau.
Dass man am Beginn einer neuen Saison steht, merkte man den Wikingerinnen gerade im zweiten Drittel an. Immer hektischer und zerfahrener wurde deren Spiel und die Fehler in der Spieleröffnung ermöglichten die von Gegners Seite erwarteten Kontermöglichkeiten. Eine solche schloss die Leipzigerin Theresa Ackermann zum einzigen Treffer für die Gastgeberinnen ab. Die bis dahin wenig geprüfte Grimmaer Torhüterin Daniela Thomas konnte dabei nicht eingreifen und hatte kurze Zeit später Glück, als das Verschieben durch klebrige Handballspuren auf dem sonst rutschigem Parkett unmöglich wurde und einen leichten Ball vor einen Leipziger Stock abprallen ließ. Diese sehr gute Chance zum Ausgleich konnte jedoch nicht genutzt werden, ließen aber weitere Konter folgen. Auch eine Zwei-Minuten-Strafe (34.) von Mariana Döring wegen unkorrekten Abstands beim Ausführen eines Leipziger Freischlags brachte keine Resultatkosmetik. Hier spielten die Wikingerinnen ihre Routine aus und hätten in Unterzahl durch Mietz gar die Führung ausbauen müssen, vergaben diese aber unkonzentriert. Im letzten Drittel erlöste Kühne Stürmerin Mietz von der Centeraufgabe im Tausch mit dem zweiten Neuzugang Lena-Marie Lübker aus Hamburg. Ein Tor durch Mietz sowie zwei weitere Treffer durch Lübker (41./43.) besiegelte die Leipziger Niederlage gleich zu Beginn des Schlussdrittels. Der letzten Treffer ging dann auf das Konto von Stefanie Reinhardt, die mit einer Einzelleistung den Lochball im rechten Angel des gegnerischen Tores einnetzte.
Zum Schluss war es das bekannte starke Schlussdrittel des Vizemeisters und eine dann doch noch eintretende Leistungssteigerung, die zu einem standesgemäßen und deutlichen Sieg führte. Neben Dietel konnten besonders die beiden Neuzugänge Glaß und Lübker überzeugen. In den nächsten Trainingseinheiten wird weiter an einer besseren Angriffsauslösung zu feilen sein. Kühne, der auch dem gesamten MFBC-Trainerstab der Damen vorsteht, sprach von einer ausbaufähigen Leistung seines Teams und freute sich über die Leipziger Leistung: „Gerade die Erfahrung der Löwen Ladies im Bundesligaspielbetrieb soll ihnen helfen, im Deutschen Damen-Cup die eine oder andere Überraschung zu vollbringen.“. Auch Löwinnen-Coach Ulrike Czerny ging mit einem Lächeln aus der Halle: „Die Mädels haben zwei Drittel lang die taktischen Vorgaben weitestgehend erfüllt. Die Chancenverwertung muss noch verbessert und auch die Abstimmung zwischen den in Leipzig und in Grimma trainierenden Spielerinnen muss noch verfeinert werden. Der Kader war berufsbedingt auch nicht komplett besetzt. Insbesondere für die erst 14-jährige Maxi Kleine, die bisher lediglich bei Schulturnieren und in der Schul-AG des Robert-Schumann-Gymnasiums Floorball spielte, war die Partie sehr lehrreich und konnten vorne kleine Akzente gesetzt werden. Gegen Weißenfels gilt es bereits die Vorsätze in die Tat umzusetzen und weiterhin gut mitzuspielen, denn unser Hauptaugenmerk gilt dem Pokal, bei dem wir selbst angreifen und nicht angegriffen werden wollen. Die Mädels haben nach einer turbulenten Saison 2010/2011 auf jeden Fall den Spaß am Spielen wieder zurückgewonnen.“.

MFBC Löwen Ladies Leipzig: [T] Manuela Volkmer, Romy Manteufel, Marie Funke, Sabine Wagner, [C] Corinna Müller, Ulrike Czerny, Daniela Kolbe, Maxi Kleine, Theresa Ackermann (1 Tor/0 Assists/0´ Strafminuten), Anne Haase, Lisa-Marie Hahn, Johanna Kauschke

MFBC Wikinger Grimma: [T] Daniela Thomas, Caroline Esch, Fanny Gatzke (0/1/0´), Laura Naumann, Susanne Straßburger, Elke Blöhbaum, Mariana Döring (0/0/1 x 2´), [C] Sonja Dietel (1/0/0´), Bianca Lucker, Susann Schiller (0/2/0´), Lisa Glaß (0/1/0´), Stefanie Reinhardt (1/0/0´), Anne-Marie Mietz (2/0/0´), Lena-Marie Lübker (2/0/0´)

(written by JT – 2011)

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