1. Floorball-Bundesliga Herren: Löwen verspielen Heimsieg in den letzten drei Minuten – Vize-Meister Leipzig unterliegt Deutschen Meistern aus Wernigerode knapp mit 5:6 (0:0, 3:3, 2:3) (JT)
Eine Floorball-Partie geht stets 60 Minuten! Dieser Satz wird wohl noch etwas am Gemüt der MFBC Löwen Leipzig nagen. Vor gut 250 Zuschauern lieferten sich am Samstag (24.09.) die amtierenden Vize-Löwen und Deutschen Meister aus Wernigerode eine packende Partie in der Leipziger Brüderstraße. An Spannung kaum zu überbieten, präsentierten sich die Messestädter hellwach und hatten die Nase über weite Strecken vorn. Doch in den letzten drei Minuten schienen die Nerven zu flattern und drehten die Anhaltiner den Zwei-Tore-Vorsprung der Hausherren mit 5:6 zu ihren Gunsten. Vorletzter Tabellenplatz und den Sachsen bleiben nun noch 12 Spieltage, um endlich die durch die Kooperation mit dem SC DHfK gewonnene Stärke aufs Papier und im Ranking auch sichtbar zu machen.
Es berichtet Jennifer Thomas:
Endlich war sie da, die durch die Kooperation mit dem SC DHfK und die eines amtierenden Vize-Meisters würdige Spielstärke des MFBC Löwen Leipzig. Von Beginn an präsentierten sich die Leipziger diszipliniert und munter. Die Meister aus Wernigerode steckten hier nur wenig zurück und zeigte sich dem Publikum von Anfang an eine schnelle und attraktive Floorball-Partie. Zahlreiche Einschussmöglichkeiten boten sich beiden Kontrahenten in den ersten zwanzig Minuten, doch wurden diese entweder zu Hauf liegen gelassen oder konnten sich beide Goalkeeper – Lars Schauer für die Löwen und Gary Blume für die Red Devils – zu Recht auf die Schultern klopfen. Mit einem Unentschieden verabschiedeten sich die Teams in die erste Drittelpause.Gleich mit Anpfiff knüpften beide Teams an der mangelnden Chancenverwertung oder die Torhüter an ihre Paraden an und durften die Zuschauer die Offensivbemühungen mit Raunen kommentieren. Erst in der 26. Spielminute war es U19-Nationalspieler Nicolas Kujat, der sich von seiner Defensivposition durch die teuflischen Reihen tankte und quer auf den tschechischen Neuzugang Ondrej Kavalir legte, der straff zum viel umjubelten 1:0 einschoss. Eine zweiminüte Unterzahl überstanden die Hausherren schadlos, bis ein zu ihren Gunsten ausgesprochenes Powerplay (Überzahl) zum verdienten 2:0 führte. Der schwedische Verteidiger Erik Bergström erspähte hier DHfK-Transfer Nils Knothe am langen Pfosten, der mühelos einschob. Doch binnen drei Minuten erzielten die Gäste aus dem Harz den Anschluss- sowie Ausgleichstreffer zum 2:2. Der sich mit dem letzten Gegentreffer wieder von der Strafbank erhebende Julle Sumén war es dann, der lediglich fünf Sekunden benötigte, um den Ausgleich mit dem 3:2-Führungstreffer wieder zu egalisieren. Eine Unaufmerksamkeit in der Defensive bescherte den Messestädtern dann zu leichtfertig erneut den bitteren Ausgleichstreffer. Das letzte Drittel ließ dann die Stärke der finnischen Neuzugänge auf beiden Seiten erkennen: Mit einem Doppelschlag war es Sumén, der seine Mannschaft mit 5:3 in Front schoss. Zunehmend hitziger wurde die Partie ab diesem Paukenschlag und folgten beidseitig ausgesprochene Strafzeiten. Nur wenig und für eine 1. Bundesliga angemessene körperliche Härte ließen die Unparteiischen in dieser Partie zu und folgte nicht selten bei Zweikampf- und Laufduellen der Gang zur Strafbank. Diese für die Devils einfach und für die Löwen zweifach ausgeführte Zwangspause bescherte den Anhaltinern eine 4:3-Überzahl, die mit dem 5:4 (47.) eine schnelle Antwort fand und im Anschluss ein weiteres Torfeuerwerk entfachte. Abermals waren es hier die Torhüter oder eigenes Unvermögen, die weitere Torausbeuten verhinderten. Doch erneut sollten drei winzig kleine Minuten für die Löwen den Genickbruch und eine Niederlage bedeuten: Anstatt bereits mit dem 5:3 den Ball in den eigenen Reihen zu halten, die Zeit clever herunterzuspielen und nur noch sich klar bietende Chancen zu nutzen, patzten die Leipziger im weiteren Vorwärtsgang. 58:59 nutzte Devil Markus Skippari seine Chance zum 5:5. Eine offensichtliche 3:2-Überzahlsituation in einem weiteren Angriff der Sachsen wurde durch ein Dribbling in die Wernigeröder Defensivzange vergeben, anstatt diese durch ein Passspiel zu überwinden. 39 Sekunden vor Schluss war es erneut Skippari, der diese Leichtsinnigkeit mit dem prompt eingeleiteten Konter zum 5:6-Endstand bestrafte.
Mit dieser zweiten Niederlage gastiert der MFBC vorerst im Tabellenkeller und hat trotz ansprechender Leistungen und über weite Strecken dominierender Spielanteile den Kürzeren gezogen und den Saisonauftakt sprichwörtlich vergeigt. Dreifach-Schütze Julle Sumén will kommenden Samstag (01.10.) gegen Aufsteiger Lilienthal die ersten Punkte für sein Team: ”Es darf uns nicht passieren, dass wir 100-prozentige Torchancen und solch eine erkämpfte Führung so leichtfertig verspielen. Diese Partie waren wir sehr diszipliniert und haben wir dennoch zu oft auf der Strafbank Platz genommen, was uns zwei unnötige Gegentreffer bescherte. Ebenso müssen die Reihen mit personell kurzfristigen Umstellungen besser zurecht kommen und auch weiterhin einen kühlen Kopf bewahren. Dem Aufsteiger aus Lilienthal wird es am kommenden Wochenende sicherlich nicht an Motivation fehlen und es gilt diesen nicht zu unterschätzen. Wir müssen von Anfang an unser Spiel spielen, das aber auch über 60 Minuten zu Ende bringen.”.Die Partie gegen Wernigerode wird vom Regionalsportsender 8Sport an folgenden Terminen ausgestrahlt: Montag, den 26.09.2011, um 20:00 Uhr sowie Dienstag, den 27.09.2011, um 18:15 Uhr. In der Mediengalerie des Leipzig Fernsehens hat man ebenfalls die Möglichkeit, das Spiel Revue passieren zu lassen.
MFBC Löwen Leipzig: Matthias Böthgen, Nils Knothe (1 Tor/0 Assists/1 x 2´ Strafminuten), Christian Sieber [C], Christian Schneider, Mattias Persson, Peter Dietel, Ronny Weiß, Robert Palitzsch, Christian Faber (0/0/1 x 2´), Olli Jokiranta, Erik Bergström (0/1/0´), Nicolas Kujat (0/1/1 x 2´), Danny Weißwange, Julle Sumén (3/0/1 x 2´), Christian Fritsche (0/0/1 x 2´), Ondrej Kavalir (1/0/0´), Patrick Schmidt [T], Lars Schauer [T]










