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1. Floorball-Bundesliga Herren: Tropische Temperaturen in der Brüderhölle – MFBC Löwen Leipzig lassen mit 7:5-Sieg (2:0; 3:2; 2:3) gegen Weißenfels die Sonne aufgehen und wahren Chance aufs Finale

(JT) Nach dem 6:2-Erfolg der MFBC Löwen Ladies Leipzig in der ersten Partie um Bronze gegen die Damen des SSV Heidenau lag am Samstag, den 02.04.2011, bereits Siegesluft in der Sporthalle Brüderstraße. Insgesamt 300 Zuschauer kamen dann beim ersten Halbfinal-Aufeinandertreffen der Dauerrivalen MFBC Löwen Leipzig vs. UHC Sparkasse Weißenfels gehörig ins Schwitzen und wurden mit einer Sensation belohnt: Zogen die Löwen mit 22 Zählern Rückstand auf die Bänker, in den direkten Duellen stets als Verlierer vom Platz und zudem als Viertplatzierter in die Playoffs ein, siegte man in einer (an)spannenden Partie kämpferisch mit 7:5 gegen den amtierenden Deutschen Meister. Am Samstag, den 09.04.2011, kommt es um 17.00 Uhr in der Stadthalle Weißenfels zum zweiten Aufeinandertreffen in der Serie „best-of-three“. Sollten die Anhaltiner in diesem Match die Oberhand behalten, kommt es am darauf folgenden Sonntag, um 18.30 Uhr, in der Glückauf-Sporthalle Hohenmölsen zum Entscheidungsspiel um den Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft.
Es berichtet Tim Hoidis:
Im ersten Spiel der diesjährigen Halbfinalserie (best-of-three) standen die Löwen vor heimischem und lautstarkem Publikum dem Erzrivalen aus Weißenfels gegenüber. Von Nervosität war nicht der Hauch einer Spur, so dass es  kein langes Abtasten der beiden Kontrahenten gab. Stattdessen zeigten sich alle Akteure motiviert bis in die Haarspitzen. Allen voran wieder einmal Christian Fritsche, welcher einen Distanzschuss von Torsten Harnisch zur vielumjubelten Führung ablenkte (7.). Das bis dahin ausgeglichene Spiel kippte von nun an mehr und mehr zugunsten der Löwen. Mit purer Entschlossenheit vollendete Christian Faber (12.) einen Sololauf durch die Abwehrreihen des Meisters mit dem verdienten 2:0. Weitere Chancen auf beiden Seiten blieben bis zum Drittelende ungenutzt.
Im mittleren Abschnitt sollten die Fans dann noch mehr Grund haben, sich verdutzt die Augen zu reiben. Das Spielgeschehen verlief nun auf einem sehr hohen Niveau und neben ansehnlichen Kombinationen durften auch zahlreiche Glanzparaden – vor allem von Löwen-Goalie Marco Sachweh – bestaunt werden. Mit ihrer typischen Siegermentalität begannen die Weißenfelser sofort an der Führung der Löwen zu rütteln. Nur zwei Minuten dauerte es, ehe Sachweh dann doch das erste Mal geschlagen war. Nun erwarteten die meisten Anwesenden, dass sich dieser Trend fortsetzt und der UHC zum Überholvorgang ansetzte.
Doch die Leipziger zeigten Willensstärke und antworteten prompt mit dem Treffer zum 3:1. Bei einem Freischlag schliefen die Weißenfelser im Kollektiv, Leipzig nutzte dies eiskalt. Hoidis auf Fritsche – Tor. Als dann vier Minuten später Gunnar Pause erneut eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Gäste zum 4:1 nutzte, schienen die Rollen in dieser Begegnung wie vertauscht. Solche Konzentrationsfehler ist man vom Meister nicht gewohnt, genauso wenig wie die Kaltschnäuzigkeit der Löwen im Bestrafen dieser Fehler. Der ein oder andere Zuschauer fing schon langsam an, an die große Überraschung zu glauben, umso frenetischer wurden die Tore der Löwen gefeiert und die Mannschaft auf dem Feld unterstützt. Als man dann auch noch den zweiten Gäste-Treffer mit einem wunderbar herausgespielten Tor zum 5:2 konterte, kannte die Begeisterung keine Grenzen. Erneut versenkte Fritsche einen Pass von Hoidis direkt in den Maschen des UHC-Gehäuses.
Nichtsdestotrotz waren die Leipziger gewarnt vor der unberechenbaren Schlussoffensive des Gegners und auch davor, den eigenen Vorsprung selbst zu verspielen. Denn das erste Ausrufezeichen im letzten Abschnitt setzte wiederum Weißenfels. Ein Tor vom Kapitän Robert Brückner brachte sie näher heran und vermeintlich wieder auf Kurs.
Als Hoidis dann für zwei Minuten auf die Strafbank musste, stand das Spiel auf Messers Schneide. Ein Anschlusstreffer für die Gäste als Genickbruch für die Löwen oder eine heil zu überstehende Unterzahl?
Nein, mit Mann und Maus verteidigende Hausherren und ein befreit aufspielender Christian Faber brachten mit dem 6:3-Unterzahltreffer die Vorentscheidung. Peter Dietel erhöhte nach Vorlage von Danny Weißwange sogar noch auf 7:3 und setzte der Leipziger Leistung die Krone auf.  Selbst ein (zu) später Doppelschlag der Weißenfelser konnte die Löwen nicht mehr von ihrem Weg abbringen und stellte nur noch Ergebnis-Kosmetik dar.
Schlussendlich verließen die Leipziger nach einem wahren Spektakel mit einem verdienten 7:5-Triumph die Bühne als Sieger und fügten dem Meister eine empfindliche und unerwartete Playoff-Niederlage zu.
In der kommenden Woche hat Weißenfels dann vor heimischer Kulisse die Chance, den Spieß noch einmal herumzudrehen. Die Fachwelt ist sich einig, dass sie dazu allemal das Zeug haben. Aber wer hätte auch gedacht, dass sie dazu überhaupt ein drittes Spiel benötigen sollten …
Patrick Schmidt [T],  Marco Sachweh [T], Mattias Persson [C], Tim Hoidis (0 Tore / 2 Assists / 2´ Strafminuten), Matthias Böthgen, Peter Dietel (1/0/0´), Lukas Schönnagel (0/0/2‘), Christian Fritsche (3/0/0´), Aapo Kärki, Gunnar Pause, Danny Weißwange (0/1/0´), Stefan Marklowsky, Johann Wiederanders, Max Finger, Christian Faber (2/0/0´)

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