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Die Last des Siegenmüssens: SC DHfK Leipzig schlug Bayer Dormagen mit 28:21 (12:10) Toren

DHfL-ChefTrainer Christian Prokop hatte das aktuelle Punktspiel in der zweiten Bundesliga als Charaktertest deklariert. Er wurde bestanden: Der SC DHfK Leipzig schlug Bayer Dormagen mit 28:21 (12:10) Toren.

Die Männer des SC DHfK Leipzig hatten das Pokalspiel gegen die Füchse Berlin deutlich verloren und – laut Christian Prokop – das Leistungsvermögen nicht erreicht. Prompt witterte sein Kollege Jörg Bohrmann die Chance auf einen Auswärtssieg. „Leipzig hat Körner gelassen. Vielleicht können wir daraus Kapital schlagen. Wir wollen gegen ein Spitzenteam nicht nur mitspielen, sondern punkten“, wurde der Handballlehrer vom Niederrhein zitiert.

 

Bayer Dormagen bestimmte tatsächlich die erste Viertelstunde. Torwart Sven Bartmann hielt seinen Kasten sauber. Die DHfK-Fans wollten sich erst setzen, wenn der erste Treffer der Hausherren gefallen war, doch sie mussten lange stehen bleiben, bis schließlich Maximilian Janke traf.

Vorn sorgte Dormagens Nejc Poklar, ein Spieler mit internationaler Erfahrung, für Gefahr. Der Slowake dirigierte und netzte selbst mehrere Male ein. Der Aufsteiger führte 1:0, 4:2, 5:4. Dann hätte der konternde Patrick Hüter seine Mannschaft mit 7:5 Toren in Front werfen können, scheiterte jedoch an Henrik Ruud Tovas.

 

Das war die Wende im Spiel. Bisher hatte hauptsächlich der DHfK-Torhüter Leipzig im Match gehalten. Der Norweger lieferte auch weiterhin eine starke Leistung ab. Er war der Ausgangspunkt etlicher Konter, die Lukas Krzikalla in der Folgezeit zu Toren nutzte. Außerdem traf Philipp Pöter neun Mal.

Die körperkulturellen Handballer wiesen mentale Stärke nach: Sie drehten das Geschehen bis zur Pause mit 12:10 Toren in die richtige Richtung, .sie bauten den Vorsprung nach dem Seitenwechsel kontinuierlich aus – 15:10, 17:11, 19:12. Die Fans in der ARENA Leipzig, die die Mannschaft toll unterstützten, sprangen auf, waren vom elften Heimsieg überzeugt.

Zwar schaltete der Spitzenreiter in der Schlussphase mindestens einen Gang zurück, es stand zwischenzeitlich 22:19, doch die Gastgeber ließen keine Zweifel in punkto Sieg aufkommen.

 

Bericht: Lutz Walter

 

 

Trainerstimmen

Jörg Bohrmann (TSV Bayer Dormagen): „Glückwunsch an Leipzig zum verdienten Sieg. Trotzdem großes Kompliment an meine Mannschaft für die erste Halbzeit, das war eine gute Abwehr- und Torhüterleistung. Im Angriff agierte sie insgesamt allerdings zu statisch, entwickelte zu wenig Druck. Wir haben mehr von der zweiten Welle profitiert. Mit einer Niederlage beim Tabellenführer und potenziellen Aufsteiger kann ich leben.“

 

Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): „Nach drei Auswärtserfolgen war es unser Ziel, die weiße Heimweste nicht zu beschmutzen. Was nach dem Pokalspiel vor zwei Tagen nicht einfach war. Da waren wir krasser Außenseiter, heute Favorit. Das mussten die Jungs mental wegstecken und bereit sein, für den Sieg zu arbeiten gegen eine Mannschaft, die guten, erfrischenden Handball spielt. Das ist uns in der ersten Halbzeit schwer gefallen. Da fehlten im Angriff Ideen, waren wir erfolgreicher im Konterspiel. Das wurde in der zweiten Halbzeit deutlich besser. Leider sündigen wir mit klarsten Chancen und machen uns unnötig Stress.“

 

 

SC DHfK Leipzig gegen TSV Bayer Dormagen 28:21 (12:10)

Stationen: 0:1, 2:4, 4:5, 8:6, 10:7, 12:10, 15:11, 18:12, 19:15, 21:17, 22:19, 27:20, 28:21

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovås; Semper 2, Emanuel 2, Streitenberger, Krzikalla 7, Pöter 9/3, Oehlrich, Janke 2, Greß 1, Boese, Roscheck 1, Milosevic 3, Pechstein 1

TSV Bayer Dormagen: Jäger, Bartmann; Bettin, Genz 3, Plaz 1, Eisenkrätzer 1, Poklar 4/2, Doetsch 4, Kübler 2, Damm 6, Noll, Hüter, Marquardt, Arnaud

Zuschauer: 1781 Handballfans in der ARENA Leipzig

Schiedsrichter: Jan Grell (Hamburg), Raphael Piper (Kiel)

Siebenmeter: Leipzig 5/3, Dormagen 3/2

Zeitstrafen: Leipzig 14 min, Dormagen 12 min

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