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Eagles steigen in letzter Sekunde ab

BBV Leipzig unterliegt Donau-Ries knapp mit 69:71 (34:32)/Unglücklicher geht es nicht

Was für ein Drama in der Brüderstraße. Die Bundesliga-Damen des BBV Leipzig Eagles haben durch einen Gegentreffer in letzter Sekunde ihr Endspiel um den Klassenerhalt verloren. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen unterlag die Mannschaft von Trainer Jaroslaw Zyskowski am vergangenen Samstag Heli Donau-Ries mit 69:71 (34:32). Somit stehen die Eagles nach dem Herner TC als zweiter Absteiger der 1. DBBL fest. Tragischerweise verloren im Fernduell die Rhein-Main Baskets gegen Oberhausen, sodass die Adler mit einem Sieg auf einem Nichtabstiegsplatz hätten landen können. Doch Helis Amanda Rego entpuppte sich mit der Schlußsirene als Spielverderberin.
Enttäuschung, Fassungslosigkeit und Tränen nach dem Abpfiff. Kaum zu glauben, dass diese Eagles-Mannschaft, die den viertplatzierten Helis über vierzig Minuten ebenbürtig war und alles abverlangte, in der kommenden Saison nicht mehr in der ersten Damenbasketball-Bundesliga spielen wird. Doch dafür wurde eine derartig starke Teamleistung in den vergangenen Wochen zu selten gezeigt. „Es war das beste Spiel, seit ich hier Trainer bin“, lobte Eagles-Coach Jaroslaw Zyskowski, konnte aber nicht verstehen, warum sein Team nicht immer so auftritt. „Leider musste es erst dazu kommen, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen, um so zu spielen. Die Mannschaft hat alles gegeben. Am Ende waren Kleinigkeiten entscheidend.“ Wie der eine oder andere Freiwurf, der vergeben wurde (17 von 27), und dem man angesichts der knappen Niederlage schmerzlich nachtrauert.
Gleich in den Anfangsminuten zeigten die Eagles, dass sie sich nicht kampflos aus der Liga verabschieden wollen. Britta Hueske erzielte von der Dreipunktlinie die ersten Punkte, Lacey Haughian und Angela Pace legten zum 7:2 (4.) nach. Bei den Gästen schien zu Beginn nur Dasa Rajecka auf Betriebstemperatur zu sein (8 von 12 Punkte im 1. Viertel) und so konnte der BBVL mit einer kleinen Führung in das zweite Viertel gehen. Aber mit einem 6:0-Lauf der Heli-Damen ging der Schlagabtausch erst richtig los. Keine der beiden Teams schaffte es, sich im weiteren Spielverlauf mehr als fünf Punkte abzusetzen. Mit 47:47 ging es in den Schlussabschnitt. In der 37. Minute erarbeiteten sich die Eagles durch ein Dreipunktspiel von Topscorerin Canace Williams (25 Punkte) erneut einen kleinen Vorsprung. (64:59) Doch die langen Spielerinnen von Donau-Ries, Sabine Loewe und Dasa Rajecka, nutzten ihre Größenvorteile gekonnt an den Brettern aus. In den folgenden Angriffen hatten die Eagles Probleme, vor Ablauf der 24-Sekunden-Uhr abzuschließen und eine Minute vor dem Ende begann das dramatische Finale. Fanny Szittya brachte die Gäste mit einem Dreier zwei Punkte in Führung. (64:66) Im Gegenzug rutscht Eagles-Guard Angela Pace mit dem Ball ins Aus. Morgan Henderson wird anschließend gefoult und kann 26 Sekunden vor Abpfiff auf vier Punkte Vorsprung für Donau-Ries erhöhen. Davon unbeeindruckt knallt Leipzigs Britta Hueske einen Dreier rein. 67:68 und noch zwanzig Sekunden. Helis Fanny Szittya trifft nur einen Freiwurf, BBVL-Centerin Lacey Haughian macht es besser und gleicht mit zwei Treffern von der Foullinie zum 69:69 aus. In den letzten sieben Sekunden bekommt Helis Aufbauspielerin Amanda Rego den Ball, dribbelt schnell in die gegnerische Hälfte, schiebt sich gegen die gute Verteidigung von Angela Pace bis auf zwei Meter an den Eagles-Korb, springt, wirft und trifft mit der Sirene.
„Es ist besonders bitter, dass es so ausgegangen ist“, konnte BBVL-Aufbauspielerin Jenny van Doorn auch eine Stunde nach dem Spiel nicht glauben, dass ein einziger Wurf ihr Schicksal besiegelte. „Wir sind sehr enttäuscht, denn wir haben es selbst in der Hand gehabt.“ Auch wenn es nur ein kleiner Trost ist, die Eagles haben sich erhobenen Hauptes aus der Liga verabschiedet und zeigten erneut, dass sie mit den Großen mithalten können.
BBVL: Williams (25 Punkte, 4 Rebounds), Haughian (15, 9), Pace

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