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Eagles verpassen Überraschung knapp

76:77 – BBVL verliert Derby gegen SV Halle in der Schlusssekunde

12,9 Sekunden noch zu spielen, es steht 76:75 für die Bundesliga-Basketballerinnen des BBV Leipzig. Eagles-Neuzugang Amy Sanders hat soeben den zweiten Freiwurf getroffen. Doch der SV Halle bringt den Ball trotz drückendender Defensive zu Michaela Abelova. Die Slowakin dribbelt einmal, lässt ihre Gegnerin stehen und wirft.

Totenstille bei den gut 350 Zuschauern in der Sporthalle Brüderstraße am Samstagabend. Alle starren aufs Parkett: Der Ball geht auf den linken Ring, springt ans Brett, tanzt zurück auf den Ring – und fällt von dort durch die Reuse. Damit haben die Eagles die Überraschung im Derby knapp verpasst und eine bittere 76:77 (37:38)-Niederlage hinnehmen müssen.

„Bei einer Freiwurfquote von 29 aus 44 eigentlich ein Wunder, dass es so eng war“, sagte Leipzigs Sportlicher Leiter Peter Maciej. „Dennoch sollte uns diese Leistung Mut machen für die kommenden Spiele.“ Das sieht Coach Ritz Ingram ähnlich, auch wenn er sich noch Minuten nach dem Abpfiff nicht beruhigt hatte. „Wir haben alles getan, was wir konnten, nur den Ball nicht in den Korb gebracht“, ärgerte sich der 59-jährige Amerikaner. „Wir hätten nicht verlieren müssen.“ Um künftig auch knappe

Spiele zu gewinnen, müsse man cleverer werden. Mit dem Einstand vom brandneuen US-Import Amy Sanders war der Trainer jedoch zufrieden: „Das war okay, aber da ist noch mehr drin.“

Dennoch kam das 26-jährige US-Girl bei ihrem BBVL-Debüt auf 16 Punkte, sieben Rebounds und fünf Ballgewinne. „Es ist natürlich äußerst enttäuschend, wie wir verloren haben“, brachte Sanders die Gedanken vieler auf den Punkt. „Wir hatten das Spiel schon gewonnen und dann dieser Wurf…“

Etwas nervös sei sie anfangs schon gewesen. Schließlich sei es für sie das erste echte Punktspiel seit ein paar Jahren gewesen. Das war insbesondere in Halbzeit eins gegen Halle auch zu spüren.

Trotzdem gestalteten die Eagles die Partie völlig offen, holten kleinere Rückstände dank des treffsicheren Trios Gina Tajkov, Christine Grevenstette und Elena Diaz wieder auf und gingen sogar drei Mal in Führung.

Nach der Pause schlug dann die Stunde von Sanders und Centerin Mara Höfer. Beide erzielten zwölf ihrer jeweils 16 Punkte in den zweiten 20 Minuten – Höfer allein zehn davon im dritten Viertel. An dessen Ende waren die Gastgeberinnen auf 60:53 und 62:56 enteilt. Beim 72:65 (36.) durch Katarina Flasarova keimte Hoffnung, zumal Halle Foulprobleme hatte. Doch die Eagles trafen zwei, drei schlechte Entscheidungen und brachten die Gäste auf die Siegerstraße. „Ich bin optimistisch, was die nächsten Spiele angeht“, sagte Sanders noch. Zunächst einmal freue sie sich aber, dass die Adler nächste Woche aufgrund des Pokalwochenendes frei haben. „Ich bin neu im Team, muss mich an die anderen gewöhnen und sie sich an mich. Daher kommt diese Auszeit gerade recht.“

BBVL: Höfer (16 Punkte, 7 Rebounds), Sanders (16, 7, 5 Steals), Grevenstette (13), Flasarova (11, 6 Assists), Diaz (10, 13 Rebounds), Tajkov (10), Van Doorn, Ta. Maciej, Rösner, Opel, Ti. Maciej.

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