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Eishockey-Nachwuchs des SV Fortuna Leipzig steht nach Insolvenz der Blue Lions vor dem Aus

Die dritte Insolvenz der Blue Lions innerhalb von fünf Jahren trifft nicht nur das Regionalligateam um Trainer Zdenek Travnicek, es trifft vor allem die Eishockey-Abteilung des SV Fortuna Leipzig.

„Nach jetzigem Stand wird die Eishalle nach dem letzten Heimspiel der Blue Lions am 12. März zugeschlossen. Dann stehen etwa 150 Kinder, Jugendliche und Frauen auf der Straße, weil sie keine Spielstätte haben. Das bedeutet gleichzeitig das Ende der Sportart in Leipzig“, redet Michael Neuparth, der Eishockey-Sektionsleiter des SV Fortuna, Klartext. Sein Verein stellte in den vergangenen fünf Jahren als Kooperationspartner der Blue Lions die nötigen Nachwuchsteams, auf die ein Profiteam verweisen muss. „Das ist ein Wechselspiel, bei dem beide Parteien aufeinander angewiesen sind. Das Bittere ist allerdings, dass unsere Abteilung finanziell stabil dasteht, und wir trotzdem vor dem Ende stehen“, erklärt Michael Neuparth. Die Abteilung konnte sogar 5.000 Euro aus der eigenen Kasse beisteuern, um Anfang Februar das Abschalten des Stroms durch die Stadtwerke zu verhindern.

Auch wenn die Hoffnung, dieses Szenario noch abzuwenden von Tag zu Tag schwindet, wird hinter den Kulissen mit allen Mitteln um das Überleben der Leipziger Eishockey-Nachwuchsteams gekämpft. So hofft man bei den Fortunen auf ein Gespräch mit Sportbürgermeister Heiko Rosenthal und ein mögliches „Entgegenkommen der Stadt bei den Betreiberkosten der Eishalle.“ Außerdem hat die Sektion ein neues Nachwuchskonzept erstellt, um mit diesem auf Sponsorensuche zu gehen. „Wir werden bis zum Schluss kämpfen, die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Michael Neuparth.

Überraschend kam für Michael Neuparth die Insolvenz der Blue-Lions-Betreibergesellschaft nicht: „Ich habe gehofft, dass es diesmal wirklich funktioniert. Leider wurden die Alarmzeichen zu spät erkannt, weil das Controlling innerhalb der Blue Lions nicht funktioniert hat.“ So habe es den nötigen Aufsichtsrat nie gegeben. Außerdem sei das Team für Regionalliga-Verhältnisse viel zu teuer gewesen.

Die Zeche dafür müssen nun vor allem die Jungen und Mädchen sowie die Frauen des SV Fortuna zahlen. Dabei hatte sich die Eishockey-Abteilung in den vergangenen Monaten rasant entwickelt. Die 150 Spieler und Spielerinnen werden von vier Trainern und Übungsleitern betreut. Vor dieser Saison schafften erstmals drei Spieler von den Junioren den Sprung in die 2. Mannschaft, die in der Sachsenliga aktiv ist und hier in dieser Saison um den Sachsenpokal kämpft.

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