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Floorball-Deutscher Meister heißt MFBC Wikinger Grimma

„Wer nicht hüpft, der ist kein Meister!“

Damen des MFBC Wikinger Grimma erringen Deutschen Meister-Titel im 3. Entscheidungsspiel / Herren des MFBC Löwen Leipzig liegen 0:1 zurück

Das Wochenende um den 17./18.04.2010 stand zu Beginn unter keinem guten Floorball-Stern: Vor gut 500 Zuschauern lieferten sich die Herren des MFBC Löwen Leipzig in der Brüderstraße Leipzig gegen den Dauerrivalen des UHC Sparkasse Weißenfels eine haarige Partie. Hoch konzentriert spielten die Löwen wie in den beiden erfolgreichen Halbfinalspielen aus einer dichten Abwehr heraus. Die Gäste hatten dadurch etwas mehr Spielanteile und konnten nach fünf Minuten mit 0:1 in Führung gehen. Kaum zwei Minuten später konterten die Löwen jedoch durch Christian Fritsche, welcher zum 1:1 ausglich. Kurz nach Beginn des zweiten Drittels gingen die Löwen durch Petter Ericson Hallen mit 2:1 in Führung. Die Halle tobte. Doch die Gäste drückten weiter, konnten prompt ausgleichen und sogar die 2:3-Führung erzielen. Die Löwen haderten immer wieder mit den wenig souverän auftretenden Schiedsrichtern, verloren dadurch oft die Konzentration und nutzten klare Chancen nicht. Doch die Ereignisse schienen sich zu überschlagen: Weißenfels schießt zum 2:4 ein, Ericson Hallen trifft zum 3:4 und die Löwen versuchten angetrieben von den lautstarken Fans alles. Trotz des 3:5 sieben Minuten vor Schluss gaben die Löwen nicht auf und Christian Fritsche brachte das Team erneut mit dem 4:5 heran. Nur noch wenige Minuten waren zu spielen und die Leipziger sahen sich gezwungen, den Torhüter durch einen 6. Feldspieler zu ersetzen. Doch 50 Sekunden vor Schluss gelingt den Gästen mit einem Fernschuss in das leere Tor die 4:6-Entscheidung. Somit steht es in der „bestof- three“-Serie 0:1 für den UHC Sparkasse Weißenfels und die Löwen müssen am 01. Mai einen Auswärtssieg verbuchen, um direkt am 02. Mai erneut in Weißenfels ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.

Dass dies nicht unmöglich ist, haben die Damen vom Kooperationsverein MFBC Grimma bereits bewiesen. Im Hinspiel konnten die Wikingerinnen zu Hause einen 4:3-Sieg verbuchen und hatten am Samstag bereits die Möglichkeit, in Weißenfels gegen die SG Sparkasse Weißenfels/Chemnitz den Sack zu zumachen. Trotz der 0:1-Führung durch Fanny Gatzke gerieten die MFBC-Damen durch einen Ausgleichstreffer und einen verwandelten Penalty mit 2:1 in Rückstand. Während die Defensive stand, hatte das Offensivpersonal jedoch wenig Erfolg. Die Abschlussschwäche fand gute 10 Minuten vor Schluss noch einen dramatischen und auch spielentscheidenden Höhepunkt: Nachdem Torhüterin Juliane Künzel einen nicht geahndeten Stockschlag auf ihre Hand mit einer Tätlichkeit gegen die Gegnerin rechtfertigte, erhielt diese die rote Karte und somit den Hallenverweis. Das Spiel der MFBC-Damen geriet nun durch eine begleitende 5-Minuten-Unterzahl und Umstellen der Blöcke aus den Fugen und die Spielgemeinschaft netzte zum 3:1 ein. Das 4:1 folgte nur unmittelbar später, so dass auch das 4:2 erneut durch Gatzke nur noch reine Ergebniskosmetik war. Somit erzwang die SG Weißenfels/Chemnitz zu recht eine 3. und alles entscheidende Partie am unmittelbar folgenden Sonntag.

Coach Ralf Kühne fand am sonnigen Sonntag genau die richtigen Worte und stimmte das MFBCTeam auf die Finalpartie ein. Man hatte bereits alles erreicht: Die Mannschaft ist im Laufe der Saison sehr eng zusammengewachsen, konnte bereits verloren geglaubte Spiele drehen und stand im Playoff-Finale. Im Entscheidungsspiel wollte man noch einmal Spaß haben und guten Floorball präsentieren.

Gleich nach Anpfiff der Partie schenkten sich beide Teams nichts und es zeichneten Chancen auf beiden Seiten ab. Dabei erwischte dann aber doch die Spielgemeinschaft mit zwei furiosen Toren den besseren Start. Jedoch gab das MFBC-Team die Maßgabe aus „Wer das erste Tor schießt, verliert die Partie.“ und ließen die Köpfe nicht hängen. Rookie Anne-Marie Mietz erzielte dann das 1:2, bevor die Spielgemeinschaft durch ein Eigentor selbst das 2:2 herstellte.

Nun zeigten die Grimmaer Damen die am Samstag verpasste Offensivstärke sowie eine geschlossene Teamleistung und stellten durch Tore von Susanne Straßburger, Fanny Gatzke und Ulrike Müller einen 2:5-Torevorsprung her. Das 3:5 des Heimteams konnte durch eine sehenswerte Passkombination von Sophie Kühne auf Jennifer Thomas zum 3:6 egalisiert werden. Die bessere Physis, ein unbändiger Teamgeist sowie ein nie verstummender Fanrückhalt ließen Berge versetzen. Auch ein Eigentor auf Seiten des MFBC konnte am 4:6- Endstand nichts mehr rütteln. Der Jubel kannte dann keine Grenzen mehr und auch nicht die Siegesgesänge beim abendlichen Sonntagsgrillen in Grimma. Für die Damen gilt es nun die Herren bei den Auswärtspartien zu unterstützen und ihre Augen eventuell auf die Qualifikationsrunde des Europacups zu richten.

Fotoquelle: Rudolf-Schuba

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