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Floorball‐Nationalmannschaft Damen: Glatter Durchmarsch sichert WM‐Teilnahme in der Schweiz

Von historischen Ergebnissen bis Spätzündungen
(JT) Ein rundum gelungenes internationales Wochenende! Sicherten sich die U19‐Herren beim 6. Polish Cup einen überragenden dritten Platz und überzeugte die frisch zusammengestellte U19‐Auswahl der Damen mit zwei Siegen gegen Österreich, so toppte die A‐Auswahl der Damen vom 02.‐06.02.2011 im spanischen Benidorm alle Erwartungen. Die Mannschaft löste ohne eine einzige Niederlage das WM‐Ticket in die Schweiz (04.‐11.12.2011,St. Gallen) und wartet lediglich noch auf die Gruppenauslosungen, welche das Teilnehmerfeld aus 16 Teams in vierVorrundengruppen unterteilen wird. Einen guten Eindruck bei der Qualifikationsrunde hinterließen bereits die MFBC‐Akteure Sonja Dietel, Juliane Hoffmann und Lisa Glaß sowie die Ehemaligen Antje Schmidt und Madeleine Voigt, welche nun auch für die WM auf eine Nominierung hoffen. Ein erneutes Aufgebot für Fanny Gatzke, die aus privaten Gründen die Qualifikation kurzfristig absagen musste, ist ebenfalls noch offen.
Es berichtet Jennifer Thomas:
Last‐Minute‐Sieg gegen Dänemark
Zunächst torlos begann die erste Partie in der Qualifikationsrunde „Europe 1“ für die deutsche Auswahl. Gute 33 Minuten lieferte man gegen Dänemark eine ansehnliche Partie, bevor sich MFBC‐Stürmerin Juliane Hoffmann ein Herz fasste und zum lang ersehnten 1:0 einnetzte. Die ehemalige Weißenfelserin und MFBC‐Akteurin Madeleine Voigt ließ sich den anschließenden 2:0‐Treffer via Penalty (Strafstoß) ebenfalls nicht nehmen. Dennoch erwischten die Däninnen den deutlich besseren Start ins Schlussdrittel und markierten den 2:2‐Ausgleich. Die jetzt in Finnland aktive und ehemalige Leipziger Centerspielerin Antje Schmidt traf 51 Sekunden vor Schluss via Drehschuss zum verdienten 3:2‐Siegtreffer. Dieser Sieg brachte eine gehörige Portion Sicherheit und Selbstbewusstsein. Sonja Dietel musste den viel umjubelten Sieg krankheitsbedingt leider von der Bank mitverfolgen und freute sich über einen anschließenden freien Tag zur weiteren Genesung.
Maschinerie Deutschland – Gegen Italien Tore wie am Fließband
Was gegen Dänemark trotz zahlreicher Torchancen spät und in wenig Zählbares umgesetzt werden konnte, fruchtete gegen qualitativ und quantitativ unterlegene Italienerinnen gleich nach 15 Sekunden. Fast im Ein‐ bis Zwei‐Minuten‐Takt klingelte es im italienischen Gehäuse, so dass es bereits nach zwanzig gespielten Minuten 7:0 für die schwarz‐rot‐goldene Auswahl stand. Zwei Gegentreffer im zweiten Abschnitt taten der deutschen Tormaschinerie keinen Abbruch und ließen mit 16:2 in die Pause gehen. Schwindende Kräfte und weniger Fortune im Abschluss ließen im Schlussabschnitt lediglich nur noch drei Treffer zu. Mit 19:3 verbuchten die Damen somit den höchsten Sieg ihrer Laufbahn.
Neben unseren Auswahlspielerinnen – auch der genesenen Sonja Dietel – konnten sich so gut wie alle Spielerinnen in die Scorerliste eintragen.
Harte Bandagen gegen kämpfende Spanierinnen
Fast ein ganzes Drittel benötigte die deutsche Nationalmannschaft, um sich an die raue Spielweise der Südländerinnen zu gewöhnen. Ihr wenig technisches Geschick machten die Spanierinnen mit einem robusten Körperspiel wett, welches die Unparteiischen auch lange duldeten. Lediglich ein Törchen gelang unserer Auswahl im Gewühl, bis man im zweiten Spielabschnitt endlich entscheidende Lücken riss und mit 5:0 zwischenzeitlich davon zog. Das kurze Aufbäumen der weiterhin kämpferisch agierenden Spanierinnen konnte mit weiteren Toren und dem finalen 10:3 gebändigt werden. Antje Schmidt, die nach dieser Partie aus beruflichen Gründen bereits die Heimreise antreten musste, ging hier als beste Spielerin hervor.
Direkte WM‐Qualifikation:
‐ Schweden
‐ Schweiz
‐ Finnland
‐ Tschechische Republik
‐ Lettland
‐ Russland
‐ Norwegen
‐ Australien
WM‐Teilnahme über die Qualifikation:
‐ WFCQ Europa 1: Deutschland, Dänemark, Niederlande
‐ WFCQ Europa 2: Slowakei, Polen, Ungarn
‐ WFCQ AOFC: Japan
‐ WFCQ Amerika: USA
Topf 1: Rang 1‐4 (Ranking)
‐ Schweden
‐ Schweiz
‐ Finnland
‐ Tschechische Republik
Topf 2: Rang 5‐8 (Ranking)
‐ Lettland
‐ Russland
‐ Norwegen
‐ Dänemark
Topf 3: Rang 9‐12 (Ranking)
‐ Polen
‐ USA
‐ Ungarn
‐ Deutschland
Topf 4: Rang 13‐16 (Ranking)
‐ Australien
‐ Niederlande
‐ Japan
‐ Slowakei
Kein Halt für Deutschland
Die Teilnahme an der WM in der Schweiz konnte ihnen keiner mehr nehmen, was deutlich in der Stimmung des deutschen Teams und der Spielweise auf dem Feld sichtbar war: Gelöst, kreativ und spielfreudig zeigten sich die Damen am Sonntagmorgen des 06.02.2011 gegen die Niederlande. Trotz der Partien, die man bereits in den Knochen hatte, zeigten sich die deutschen Damen konzentriert und nutzten den sich wenig bietenden Raum zum 8:2‐Sieg. Ohne Niederlage löste unsere Auswahl somit das Ticket für die WM‐Runde in der Schweiz.
Weltmeisterschaft in der Schweiz
Acht Nationen hatten sich zuvor bereits direkt für die WM qualifiziert. Die Qualifikationsrunden ergaben die acht weiteren Teilnehmer. Die 16 feststehenden Nationen sind nun zunächst in vier Töpfe gesetzt, wobei für die Aufteilung das IFF‐Ranking (Endergebnis der letzten zwei Weltmeisterschaften) herangezogen wird. Aus dieser Aufteilung heraus werden letztlich am 5. März 2011 im Rahmen des Schweizer Pokal‐Finales in Bern die WM‐Gruppen gelost.
Weitere Informationen zur WM: www.wfc2011.ch

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