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Harte Arbeit bei „Red Dragon“

Leipzigs neue Kung Fu – Schule öffnet Ihre Tore (Dezember 2008)

 Was wir wollen, erreichen wir auch. Das verkünden jedenfalls Coaching-Gurus aller Orten. Etwas anders sehen das die beiden Gründer von Leipzigs Kung fu-Schule »Red Dragon« . Neben dem Willen steht für sie an erster Stelle regelmäßiges Training oder genauer, harte Arbeit nach der wörtlichen Übersetzung aus dem Chinesischen für Kung Fu.

Enrico Eberhardt (26), der Inhaber, war gerade mal 4, als er mit dem Geräteturnen begann. Danach kamen Ringen, Handball, Tennis. Und wer sich an die Sächsische Squash-Meisterschaft im Frühjahr erinnert, da gehörte Enrico zu den besten Spielern Sachsens. Der Sport war seine Lehre für Ehrgeiz und Disziplin. Durchhaltevermögen brauchte er auch, denn während des Diploms für Marketing Communications erkrankt er an schwarzem Hautkrebs. Mehrere Operationen und Cortison-Behandlungen folgten. Damals kam René Dziuk (23), den er über seine Freundin kennt, nach Leipzig. »Er hat mir geholfen, den Krebs körperlich und mental zu verarbeiten«, berichtet er.

»Am Anfang war es echt verblüffend. Ich habe schon ewig nach etwas gesucht, das zu mir passt und es dann mit Kung Fu und Qi Gong im asiatischen bzw. chinesischen Raum gefunden.«

René kam bereits mit 6 ½ Jahren zu einem der letzten Abtträger aus dem Shaolin-Kloster. Als er 14 ist, macht ihn sein Meister zum Wissensträger. Heute ist er Sifu und nachdem sein Meister starb, trägt er sogar den Titel Großmeister. Ihre Erfahrungen mit Kung Fu wollen beide an andere weitergeben.

Nach einem Jahr Planung fanden sie in der Plagwitzer Weinbergstraße den idealen Raum, an dem Schüler Geist und Körper formen können. Anfang August öffnete hier der »Red Dragon«. Kung Fu-Schulen gibt es in diesem Land viele. Trotzdem sieht sich René konkurrenzlos. »Die meisten sind ausschließlich auf den Kampfsport ausgerichtet«, sagt er. Damit vermitteln sie nur noch bruchstückhaft, was Kung Fu wirklich ausmacht.

Neben dem Kampfsport gehören ganz viele Säulen zum Kung Fu-Gebäude. »Gekämpft wird bei uns erst nach einem halben Jahr«, meint René. Qi Gong, Ernährung, Meditation, Waffenkunde sind einige der Mosaiksteine, die einen Kämpfer geistig und körperlich bis ins hohe Alter beweglich machen. Dafür muss die Arbeit nicht nur hart, sondern auch regelmäßig sein. »Zweimal die Woche sind das Minimum«, so der Meister.

Der Lohn kommt dafür in  allen Lebenslagen zum Tragen: Man wird energisch und Ängste werden abgebaut. Das ist nicht jedermann/frau Ding, denn von 1000 Schülern bleiben 400. Aber wer einmal Feuer gefangen hat, der bleibt. Nach den zwei, drei ambitioniertesten Schülern sucht René Dzuik übrigens noch. Sie will er zu Meistern modellieren, die  die Tradition weitergeben, die ihm schon sein Meister vermittelte.

Der Weg auf den Berg hat begonnen. Nicht ohne Stolz zeigt René den großen Saal mit dem Gelenk schonenden Schwingoden. Eltern können durch eine Glasscheibe ihren Kindern (ab 4) zuschauen. Ein Spiegelsaal. Kalligraphien an den Wänden. Drachen- und Löwentanz kann für Veranstaltungen gebucht werden. Zu den beiden benachbarten Schulen ist der Kontakt aufgebaut. Am letzten Wochenende im Monat gibt es bereits für 15 Euro einen Selbstverteidigungskurs.

 Doch noch ist die Shaolin Kung Fu-Schule weit von der angestrebten asiatischen Perfektion entfernt. Sauna- und Wellnessbereich sowie der Garten müssen noch aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Statt sechs, sieben Schülern sollen am Ende des Jahres mindestens 60 trainieren. Versandhandel, Deeskalationstraining, Ernährungskurse sind geplant. Harte Arbeit für den roten Drachen. Olli Hubert, Sportmäzen und Squashspieler, schaut kurz vorbei. Auch er unterstützt.   Dank Kung Fu, für das Steine auf dem Weg keine Hindernisse, sondern Erfahrungen sind, wird’s sicher eine (leichte) Übung.

Shaolin Kung fu-Schule »Red Dragon«

Montag   15-21 Uhr
Mittwoch 15-20 Uhr
Freitag    15-21 Uhr
Weinbergstraße 8
04179 leipzig
www.red-dragon-leipzig.de
Sifu.leon@web.de
Sifu Dziuk 0163/6821462
Enrico Eberhardt 0177/3353181

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