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HC Leipzig startet in die Bundesliga-Saison

Besonders nervös sei sie nicht vor ihrem ersten Auftritt im Trikot des HC Leipzig, aber etwas aufgeregt, gibt Anne Müller zu. Wir ihre Teamkolleginnen kann auch die 27-Jährige, neben den beiden Skandinavierinnen Rannveig Haugen und Louise Lyksborg eine von drei Neuzugängen beim Deutschen Meister der vergangenen beiden Jahre, den Saisonstart in der Bundesliga kaum erwarten. Am Samstag (Anwurf 15 Uhr) ist es endlich so weit: mit dem Spiel gegen den Aufsteiger SGH Rosengarten startet in der Arena Leipzig das Unternehmen „Titelverteidigung“.

Nach zehn Jahren bei Bayer Leverkusen schlüpfte Anne Müller im Sommer in das HCL-Trikot. „Ich habe nach so vielen Jahren eine neue sportliche Herausforderung gesucht. Als im Frühjahr die Anfrage vom HCL kam, musste ich nicht lange überlegen“, erinnert sich die neue HCL-Kreisläuferin: „Ich habe allerdings eine ganze Weile gebraucht, um in Leverkusen den Wechsel zu erklären. Es viel mir wirklich sehr schwer dort wegzugehen. Schließlich war Leverkusen meine zweite Heimat.“ Kein Wunder: Seit 1999 spielte Anne Müller bei Bayer Leverkusen. Nach drei Jahren in der Bayer-Jugend feierte sie 2002 ihr Debüt in der Bundesliga und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer der besten deutschen Kreisläuferinnen der Liga. An ihr erstes Bundesligaspiel erinnert sich die frischgebackene Wahl-Leipzigerin noch sehr gern: „Das war gegen Bad Hersfeld. Ich habe damals fünf Minuten gespielt und sogar ein Tor geschossen. Da habe ich mich riesig gefreut.“

Mit dem Handball begonnen hat Anne Müller bereits im zarten Alter von sechs Jahren in ihrer Heimatstadt Hamm. „Ich bin damals einfach mal mit einer Freundin zum Training gegangen. Es hat mir gleich gefallen, also bin ich dabei geblieben“, erinnert sie sich. Und da sie auch das nötige Talent mitbrachte, schaffte Anne Müller über den Umweg Hasper SV 1999 den Weg zu Bayer Leverkusen. Mit ihrer Zweikampfstärke, ihrer Schnelligkeit und ihrem Durchsetzungsvermögen wurde sie hier schnell zu einer unverzichtbaren Größe. Nun also ist sie beim HCL angekommen! Von ihrer neuen Wahlheimat hat sie allerdings neben der Arena noch nicht sehr viel gesehen. Denn neben der kräftezehrenden Vorbereitung hat die Informatik-Studentin in den letzten Wochen bereits fleißig an  ihrer Masterarbeit geschrieben. „Die muss im Frühjahr fertig sein. Deshalb bleibt neben dem Handball momentan auch nicht viel Zeit für andere Sachen“, erklärt sie, bevor sie lächelnd anfügt: „Ich war aber im Sommer schon im Leipziger Zoo, das war richtig schön. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen und Monaten noch ein bisschen mehr von dieser schönen Stadt genießen kann.“

Zugunsten ihrer beruflichen Zukunft hat die ehrgeizige Anne Müller sogar eine Pause in der Nationalmannschaft eingelegt, in der sie vier Jahre lang eine feste Größe war. Die deutsche Mannschaft muss bei der Europameisterschaft im Dezember in Dänemark und Norwegen damit wie schon bei der WM im vergangenen Jahr in China ohne die kämpferisch starke Kreisläuferin auskommen. „Man kann leider nicht alles machen, schon gar nicht, wenn man wie ich den Ehrgeiz hat, so gut wie möglich abzuschneiden. Es ist wichtig, dass man sich bereits während seiner Karriere mit seiner beruflichen Zukunft beschäftigt“, ist sich Anne Müller sicher. Nach dem abgeschlossenen Studium möchte sie in die Nationalmannschaft zurückkehren: „Wenn man mich dann überhaupt noch will!“

Mit dem Play-off-Final-Rückspiel ging die Saison wie im Vorjahr im Mai in der Arena Leipzig zu Ende. Und obwohl Anne Müller damals noch das Leverkusener Trikot trug, wurde sie von den HCL-Fans bereits äußerst freundlich begrüßt. „Wie die Leute mich damals schon empfangen haben, war klasse. Ich habe hier schon immer gern gespielt, weil die Stimmung in der Arena so toll ist“, schwärmt der sympathische Neuzugang und fügt mit  einem Schmunzeln an: „Jetzt spiele ich hier auch im richtigen Trikot.“

Andreas Wendt

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