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Im Interview: Dimitris Polychroniadis (Trainer der Zweitliga-Basketballer des USC Leipzig)

Erstmals seit 20 Jahren ist mit dem USC Leipzig wieder ein Leipziger Basketball-Team in der 2. Bundesliga Pro B aktiv. Nach dem vielumjubelten Aufstieg in der vergangenen Saison zählt in dieser Spielzeit für die Uni-Riesen nur der Klassenerhalt. Sportive-LE-Redakteur Andreas Wendt sprach mit Trainer Dimitris Polychroniadis über den misslungenen Auftakt in Leverkusen, die Entwicklung der vergangenen Jahre und das brach liegende Basketball-Potential der Stadt.

Frage: Wie sind die Uni-Riesen derzeit aufgestellt?

Dimitris Polychroniadis: „Wir haben momentan elf Spieler. Das ist sehr wenig. Im Gegensatz zu unseren Konkurrenten haben wir mit Marco Woamey nur einen Amerikaner, das ist schon ein klarer Nachteil. Aber die Jungs bringen eine sehr gute Einstellung mit, auch wenn man das bei der klaren Niederlage in Leverkusen vor allem in der zweiten Halbzeit nicht so gesehen hat. Unser Ziel ist der sichere Klassenerhalt. Dazu müssten von zwölf Mannschaften Platz acht belegen.“

Stichwort „Auftaktspiel“: In Leverkusen verlor das Team mit 76:99. War das ein Vorgeschmack darauf, wie es in der 2. Bundesliga zugeht?

„Ich hoffe nicht! Was wir in Leverkusen vor allem in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben, war schlecht. Außerdem hat Leverkusen einen sehr guten Tag erwischt und sich auch etwas fitter präsentiert. In den vergangenen Tagen haben wir deshalb viel im Fitnessbereich gearbeitet. Außerdem habe ich mit den  Jungs viele Einzelgespräche geführt. Einige Jungs haben im Training gezeigt, dass sie verstanden haben, was ich von ihnen erwarte. Fakt ist: Wenn wir uns aber noch einmal so präsentieren, werden wir reagieren.“

Was erwarten Sie von Ihren Spielern?

„Erwartungen bringen nur etwas, wenn sie auch erfüllt werden. Wir haben eine gute Mischung aus offensiv starken und defensiv starken Spielern. Ich will, dass die Jungs ihre Stärken hervorheben, um die Schwächen zu verstecken.  Um in der 2. Bundesliga bestehen zu können, muss jeder an seine Grenzen gehen. Das will ich sehen!“

Gibt es Möglichkeiten noch  Spieler zu verpflichten?

„Wir halten die Augen offen! Die Transferperiode läuft bis zum 31. Dezember, bis zu diesem Zeitpunkt können neue Spieler geholt werden. Bei unseren begrenzten finanziellen Mitteln ist das sehr schwer. Wenn wir jemanden holen, muss es sofort passen. In den letzten Jahren hatten wir immer ein gutes Händchen, das brauchen wir auch diesmal.“

Das Team spielt in der 2. Bundesliga. Ist das Umfeld des Vereins auch mit aufgestiegen?

„In den vergangenen Jahren hat sich einiges entwickelt, aber die Entwicklung verläuft sehr langsam. Das fällt uns leider immer wieder auf die Füße. Wir haben einen kleinen Kreis von Sponsoren, die uns seit Jahren enorm unterstützen. Um den Verein aber weiter zu professionalisieren benötigen wir noch breitere Unterstützung in allen Bereichen. Wenn es allerdings um Effektivität geht, sind wir in Leipzig ganz klar die Nummer 1. Was wir in der letzten Saison mit unseren Mitteln erreicht haben, ist der absolute Wahnsinn. Das ist das Ergebnis akribischer und leidenschaftlicher Arbeit.“

Welchen Stellenwert hat Basketball aus Ihrer Sicht in der Leipziger Sport-Landschaft?

„Die Basketball-Tradition in Leipzig liegt Jahrzehnte zurück, das merkt man in allen Bereichen. Das geht bereits im Nachwuchs-Bereich los. Hier müssen wir in den nächsten Jahren weiter hart arbeiten. In der Stadt schlummert ein großes Potential, es muss nur gepusht werden. Dazu brauchen wir auch die Fans, die bei unseren Heimspielen in der kleinen Arena für ordentliche Stimmung sorgen müssen. Mit der 2. Bundesliga haben wir potentiellen Basketballern in Leipzig eine große Plattform gegeben. Die muss jetzt genutzt werden, dann braucht sich Leipzig vor nichts  zu fürchten.“

Text/Foto: Andreas Wendt

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