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Im Interview: Thomas Kläsener (Verteidiger RB Leipzig) vor dem Testspiel gegen den Schalke 04

Für Thomas Kläsener ist das Testspiel gegen den Deutschen Vizemeister FC Schalke 04 am 24. Juli in der Red-Bull-Arena auch ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Schließlich hat der 33-Jährige selbst einige Jahre das Schalker Trikot getragen. Sportive-LE-Redakteur Andreas Wendt sprach mit dem erfahrenen RB-Verteidiger.

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Duell mit dem FC Schalke 04?

„Die Vorfreude bei mir ist riesengroß. Es ist für mich ja die erste Gelegenheit, mich mit meinem ehemaligen Verein zu messen. Mit einigen aktuellen Spielern wie Mathias Schober oder Rafinha habe ich ja noch zusammengespielt, das wird sicher ein tolles Wiedersehen. Ich hoffe, dass mindestens 20.000 Zuschauer ins Stadion kommen und, das wir uns als Team gut präsentieren.“

Sie selbst haben zwischen 2003 und 2006 insgesamt 32 Bundesliga-Spiele für Schalke absolviert. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit bei den Königsblauen?

„Es war wirklich eine tolle Zeit. Ich konnte mich hier in der Bundesliga und im Europapokal präsentieren, und ich denke ich hab das ganz gut gemacht. Schalke ist ein toller Verein. Wenn ich heute in der Heimat bin, schaue ich immer noch in der Geschäftsstelle vorbei. Außerdem hab ich immer noch regelmäßig Kontakt mit dem Zeugwart.“

Gibt es ein Spiel aus der Schalker Zeit, dass Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?

„Ganz klar das Spiel zum Rückrunden-Auftakt der Saison 2003/2004 bei Borussia Dortmund vor 82.000 Zuschauern. Das war ein Spiel, in dem alles zusammen kam. Erst hab ich gut gespielt, dann bin ich unglücklich vom Platz geflogen und dann haben wir  das Spiel mit einem Tor in der 90. Minute noch gewonnen. Solch ein Spiel vergisst man nicht so schnell.“

Als Sie im vergangenen Sommer vom Zweitligisten FC Augsburg zum damaligen Fünftligisten RB Leipzig wechselten, haben viele Experten und Fans  den Kopf geschüttelt und von einem sportlichen Abstieg gesprochen. Wie beurteilen Sie heute den Wechsel zu RB?

„Auf den ersten Blick war es sicher ein sportlicher Abstieg. Aber ich war vorher einige Male in Salzburg und habe mir das Konzept erklären lassen. Deshalb war es gar nicht so abwegig, das Angebot anzunehmen und nach Leipzig zu kommen. Hier entsteht etwas ganz Großes, da macht es Spaß dabei zu sein.“

Mit welchen Erwartungen gehen Sie persönlich nach den zurückliegenden Vorbereitungs-Wochen in die kommende Regionalliga-Saison?

„Ich will auf jeden Fall meinen Platz in der Startelf verteidigen. Im letzten Jahr habe ich nur ein Spiel aus familiären Gründen verpasst. Dazu hoffe ich natürlich, dass ich gesund bleibe. Sportlich hoffe ich natürlich, dass wir den nächsten Aufstieg schaffen, was mit Sicherheit kein Selbstläufer wird.“

Nach dem Aufstieg ist das Team mit zahlreichen Neuzugängen und Abgängen kräftig durcheinandergewirbelt. Wie haben sich die zahlreichen Neuzugänge in das Team integriert?

„Ich bin überrascht, dass die Neuen sich schon so gut integriert haben. Das sind alles junge Leute mit großem Potential und viel Feuer. Sowohl die Spieler- als auch die Trainings-Qualität ist in diesem Jahr noch höher als in der letzten Saison. Es macht unheimlich viel Spaß.“

Wie beurteilen Sie die Chancen, dass sich RB Leipzig und der FC Schalke in einigen Jahren in einem Ligaspiel gegenüber stehen?

„Theoretisch müssen wir noch dreimal aufsteigen, um in der gleichen Liga wie Schalke zu spielen. Es wird also schon noch ein paar Jahre dauern. Ich glaube nicht, dass ich das noch auf dem Spielfeld miterleben werde, schließlich werde ich im Sommer auch schon 34 Jahre alt. Aber vielleicht haben wir auch mal ein bisschen Los-Glück im DFB-Pokal und dürfen gegen Schalke ran.“

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