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Interview: Dietmar Beiersdorfer

So schnell wie möglich will RB Leipzig in den kommenden Jahren den Sprung von der Oberliga in die Bundesliga schaffen. Dietmar Beiersdorfer hat als Sportlicher Leiter des Gesamtprojekts Fußball bei Hauptsponsor Red Bull das Projekt „RB Leipzig“ zur Chefsache erklärt. Nach der Entlassung von Präsident Andreas Sadlo im Januar hat sich der ehemalige Sportliche Leiter des Hamburger SV als Vorstandsvorsitzender an die Spitze des Vereins gesetzt. Andreas Wendt sprach am Rande der Eröffnung der neuen Geschäftsstelle des Vereins in der Leipziger Innenstadt mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi des Hamburger SV (174 Spiele), des SV Werder Bremen (64 Spiele) und des 1. FC Köln (16 Spiele).

Herr Beiersdorfer, neben Ihrem arbeitsreichen Posten als Sportlicher Leiter des Gesamtprojektes „Fußball“ bei Red Bull haben Sie nun auch noch den Vorsitz bei RB Leipzig übernommen. Warum?

„Wir wollen den Klub weiter voranbringen. Dafür ist es wichtig, dass der Vorstand handlungsfähig ist. Da der Posten des Vorsitzenden viele Wochen vakant war, hab ich mich jetzt vor den Karren gespannt. Jetzt können wir auch als Verein wieder agieren.“

Wie oft werden Sie in Leipzig vor Ort sein?

„Im Rahmen meiner Möglichkeiten werde ich aber zur strategischen Abstimmung regelmäßig in Leipzig sein. Wie oft das genau sein wird, weiß ich nicht. Wir haben ja eine Geschäftsführung vor Ort, die sich um das Tagesgeschäft kümmert. Da muss ich nicht rund um die Uhr hier sein. Außerdem bin ich ja auch für die Red-Bull-Fußballprojekte in Ghana, Brasilien sowie in New York und Salzburg zuständig.“

Wie gefällt Ihnen die Stadt Leipzig?

„Leipzig ist eine sehr schöne Stadt mit vielen wunderbaren Bauten und einen tollen Kultur. Als ich in meiner aktiven Zeit hier in Leipzig zu Gast war, habe ich ja außer dem Stadion und dem Hotel davon nicht so viel gesehen. Das wird in den nächsten Monaten sicher anders. Es ist toll, zu sehen, welche Möglichkeiten diese Stadt hat – nicht nur im Fußball. Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, die Geschäftsstelle mitten in der Innenstadt zu platzieren. Dieses Ambiente inspiriert ganz sicher zu großen Taten.“

Stichwort „große Taten“: Aus dem Ziel „Bundesliga“ haben auch Sie in den vergangenen Monaten keinen Hehl gemacht. Wann wird Leipzig mit RB Leipzig Bundesliga-Fußball erleben?

„Das Ziel „Bundesliga“ steht, das ist auch kein Geheimnis! Aber bis dahin ist es ein weiter Weg, das geht nicht von heute auf morgen. Das Ganze muss Schritt für Schritt wachsen. Man hat in der Vergangenheit oft gesehen, dass man sich mit einem solchen Projekt auch verheben kann, wenn man den zweiten vor dem ersten Schritt macht.“

Wie sollen diese nächsten Schritte aussehen?

„Erst einmal sind wir überzeugt davon, dass wir in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen. Das ist schon mal der erste Schritt. Danach müssen wir sowohl die Entwicklung des Kaders als auch das Umfeld des Vereins weiter voranbringen. Auch das muss mit Augenmaß und nicht als Hauruck-Aktion passieren. Es gibt viel zu tun, aber es macht auch riesigen Spaß. Es ist total spannend, ein solches Projekt zu begleiten und einen Verein von unten nach oben zu führen.“

Nicht alle Leipziger haben RB im Sommer 2009 mit offenen Armen empfangen. In der Hinrunde wurde der Verein vor allem aufgrund der Red-Bull-Millionen fast schon zu einem Feindbild vor allem für die Fans des 1. FC Lok und des FC Sachsen. Wie bewerten Sie die Beziehung von RB zu den beiden Leipziger Traditionsvereinen?

„Auf Vereinsebene gibt es zwischen den Vereinen überhaupt keine Probleme. Die Zusammenarbeit ist aus meiner Sicht sogar sehr gut. So ist die Nachwuchs-Kooperation mit dem FC Sachsen unglaublich wichtig für uns. Das wir nicht bei jedem Fan beliebt sind, ist normal, aber ich denke in den letzten Monaten hat sich die Lage deutlich normalisiert. Ich denke, viele Leute haben inzwischen gesehen, dass wir wirklich niemandem etwas wegnehmen möchten.“

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