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Im Interview: Jürgen Brauße (Trainer der Zweitliga-Fußballerinnen des 1. FC Lok Leipzig)

Sie sind bereits da, wo die Männer von RB Leipzig und Co. noch hinwollen: in der Zweiten Bundesliga. Mit einem sicheren 3:0-Sieg gegen Holstein Kiel haben die Zweitliga-Fußballerinnen des 1. FC Lok Leipzig einen erfolgreichen Saison-Auftakt gefeiert. Zuvor hatten die Messestädterinnen durch ein 3:0 beim VfL Bochum bereits die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. SPORTIVE LE sprach mit dem Trainer des ambitionierten Teams, Jürgen Brauße.

Frage: Die lange Vorbereitungszeit ist vorbei. Sind Sie froh, dass es ab heute wieder um Zweitliga-Punkte gespielt wird?

Jürgen Brauße: „Ja, es wird Zeit, dass es endlich wieder los geht. Die Mädels scharen schon aufgeregt mit den Hufen. Das ist ähnlich wie bei Rennpferden kurz vor dem Start. Und dass die Mädels gut drauf sind, haben Sie in den Vorbereitungsspielen und im Pokalspiel in Bochum gezeigt.“

Das hat Ihr Team souverän mit 3:0 gewonnen. War das Spiel auch spielerisch eine gelungene Generalprobe für den Liga-Start?

„Auf jeden Fall! Das Spiel war insgesamt eine runde Sache. Wir haben sehr konzentriert gespielt und hatten das Spiel jederzeit unter Kontrolle. Wir hätten sogar noch höher gewinnen können, haben aber leider noch einige gute Chancen vergeben. Nach dem 3:0 haben wir dann einen Gang rausgenommen.“

Heute geht es gegen Kiel. Wie ist der Auftaktgegner einzuschätzen?

„Es ist ein sehr unbequemer Gegner, den wir mit Sicherheit nicht unterschätzen dürfen. Wir müssen versuchen, das Spiel von Beginn an zu kontrollieren. Außerdem haben wir aus der vergangenen Saison noch etwas gutzumachen. Da haben wir im Hinspiel nach einer 4:1-Führung noch mit 4:5 verloren. Auch wenn aus diesem Team nicht mehr so viele Spielerinnen da sind, ist diese Erlebnis noch im Hinterkopf.“

Neun neue Spielerinnen sind im Sommer hinzugekommen. Wie ist die Mannschaft eingespielt?

„Die Integration der Neuen ging erstaunlich schnell. Das Zusammenspiel klappt trotz der kurzen Eingewöhnungszeit schon sehr gut. Wir haben jetzt einen guten Konkurrenzkampf im Team, schließlich haben wir jetzt im Gegensatz zum Vorjahr jede Position doppelt besetzt. Das ist für mich ein absolutes Luxus-Problem, über das ich sehr froh bin.“

Als Saisonziel wurde „Platz 1 bis 3“ ausgegeben. Wie wahrscheinlich ist der Aufstieg?

„Die Liga ist sehr ausgeglichen, deshalb ist eine Prognose äußerst schwer. Ich weiß nicht, wie zum Beispiel Werder Bremen und der Hamburger SV II aufgerüstet haben. Auf jeden Fall wollen wir oben mitspielen. Wichtig ist, dass wir gut in die Saison kommen und dadurch Selbstvertrauen aufbauen. Sowohl qualitativ als auch quantitativ sind wir besser besetzt als in der vergangenen Saison.“

Welche Ihrer Spielerinnen hat Sie in der Vorbereitung besonders beeindruckt?

„Also was Christin Janitzki mit ihren 16 Jahren auf den Platz zaubert, ist schon erstaunlich. Nicht umsonst hat sie gegen Bochum das Tor zum 1:0 gemacht. Sie spielt völlig unbekümmert , das macht Spaß, ihr zuzuschauen. Als Christin im Sommer vom LFC zu uns gekommen ist, hätte ich nicht gedacht, dass sie tatsächlich Chancen auf einen Stammplatz hat. Sie hat unglaublich viel Potential, das noch ausbaufähig ist! Wichtig ist, dass wir sie nicht verheizen.“

Andreas Wendt

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