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Kampf für den HC Leipzig! Kampf für das Bestehen des Frauenhandballs in der Sportstadt Leipzig!

 

In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz gestern Vormittag (Arena Leipzig), äußerten sich Manager und Geschäftsführer Kay-Sven Hähner und Trainer Norman Rentsch, unter Moderation von Roman Knoblauch, zur Zukunftsplanung des HC Leipzig.

 

Bekannt ist, dass der Verein angeschlagen ist und keine schwarzen Zahlen schreibt. Gestern wurden Fakten geschaffen. Der Bundesligaverein befindet sich in einer ernsten, aber nicht aussichtslosen Lage. Nicht das befürchtete Ende wurde verkündet. Ein Schlachtplan mit Überlebensstrategien wurde erstellt, mit Bitte um Unterstützung von außen.

Fakt: Insgesamt 900.000 € muss der Verein aufbringen, um eine Gesamtentschuldung realisieren zu können.

Ziel: In möglichst kurzer Zeit soll der Verein möglichst komplett entschuldet sein.

Zusammen mit Anwälten wird fieberhaft ein Konzept erarbeitet, um den Verein aus dem Schuldensumpf zu ziehen. Gemeinsam mit Gläubigern und Darlehensgebern wurden Vereinbarungen getroffen, dass der HC Leipzig nicht zusätzlich belastet wird und keine kurzfristigen Tilgungen anstehen.

Ein sauberes Saisonende durch Decken von 500.000€ würde genügen.

Doch schon der März ist wegweisend. Eine schlüssige Fortführungsprognose mit Hand und Fuß muss vorliegen, um die Lizenz für nächste Saison beim Verband beantragen zu können. Nur so bleibt der Verein weiterhin spielberechtigt.

 

Hinter dem Konzept stehen vereint die Mannschaft und Mitarbeiter des HC Leipzig. Bis zum gestrigen Transferende wurde es den Spielerinnen freigestellt den Verein zu verlassen. Einzig Katja Kramarczyk hat sich nach 8.5 Jahren als erfolgreiche Leistungsträgerin von diesem getrennt. Das geschah in beiderseitigem Einvernehmen.

Zudem stehen der HC Leipzig und die Stadt seit Anfang Januar in einem konstruktiven Austausch. Die Stadt wurde um Unterstützung und Hilfe gebeten. Eine Summe X wurde dabei nicht vom HC Leipzig gefordert. Eine Zusage durch Stadt Leipzig gibt es bisher nicht.

 

Hähner und Rentsch setzen auf Unterstützung der Fans, Förderer, Sponsoren und die Öffentlichkeit. Positiv, die Großsponsoren stehen dem Verein weiterhin bei.

Zum Zweck der Unterstützung wurde ein „Unterstützer-Konto“ bereit gestellt.

 

Trainer Rentsch betonte, dass der Handball-Sport in Leipzig seit 20 Jahren Tradition hat! Damenhandball galt, mit langwierigem Alleinstellungsmerkmal, als das Aushängeschild der Stadt.

Seine Mannschaft hat vor allem in den letzten Wochen schwerer Zeiten ein Zeichen gesetzt. Trotz schwerwiegender Verletzungen und krankheitsbedingter Ausfälle im Kader wurden eine sehr gute Champion-League-Qualifikation und eine gute Bundeliga-Saison gespielt. Ein „zäher Weg“, laut Rentsch, der mit einer betitelten „Rumpfmannschaft“, durch das Fehlen verletzter Leistungsträgerinnen auflaufen musste. Seine Frauen verzeichneten trotz allem eine phänomenale Entwicklung. Er formte die junge Mannschaft zu einem willigen und kampfbereiten Team, das sich zeigen will! Und nicht verstecken soll und muss. Die Mädels sind aller Unterstützung wert!

 

Selbstkritisch äußerte sich Hähner zur Summation der Schulden. Er selber habe Dinge falsch eingeschätzt. Die Überbelastung durch die Champions-League-Qualifikation zeitgleich zur laufenden Bundeligasaison und zusätzlich geforderte Nationalspielerinnen führten zur bekannten Verletzungssituation und einer Mehrbelastung anderer Spielerinnen. „Ein großer Fehler.“, so Hähner. Die Teilnahme an der Champions-League brachte zudem ein finanzielles Minus ein.

Weiterhin vielen Zusagen von wichtigen Sponsoren kurzfristig ins Wasser. Spielverträge wurden parallel ausgehandelt. Verlass auf solche Zusagen und zugleich voreiliges Handeln auf dem Transfermarkt gehören der Vergangenheit an.

 

Fruchtet das Konzept, wird über einen partiellen Hallenwechsel nachgedacht. Nicht die Arena allein soll als Austragungsort der Handball-Spiele dienen. Weiterhin wird auf Nachwuchsspieler gesetzt, die in der Kaderschmiede des HC Leipzig  seit Jahren erfolgreich ausgebildet werden. Spielereinkäufe werden punktuell und bei Bedarf getätigt.

 

Die Zuschauer sollen am Erfolg des Teams partizipieren und weiterhin Frauen-Handball in Leipzig genießen dürfen.

 

Manager und Trainer hoffen auf ein positives Begleiten in der schwierigen Situation und ein breites Echo- für den Handball in Leipzig und für die Vielfalt der Sportstadt Leipzig, für den HC Leipzig.

 

 

Unterstützer-Konto:

DE39860700240138430400

(kein Spendenkonto)

 

 

Stephanie Riedel

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