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L.E. Volleys drehen Spiel kurz vor knapp

Bundesligateam gewinnt Heimspiel mit 3:2 gegen den TSV Grafing

120 Minuten mussten die 220 Zuschauer an diesem Samstag in der Brüderhalle zittern. Dann hatten die L.E. Volleys ihr Heimspiel gegen die Gäste aus Grafing gewonnen. Danach sah es noch gegen Ende des 3. Satzes keineswegs aus. Das Spiel hat bewiesen, dass es immer lohnt bis zum letzten Punkt zu kämpfen. Diesen Kampf hat das Team gerade noch zur rechten Zeit angenommen und ein bereits verloren geglaubtes Spiel gedreht. Mit dem Sieg gegen Grafing kletterten die L.E. Volleys dank des besten Satzverhältnisses von fünf Teams mit der gleichen Punktzahl auf den 4. Platz der Tabelle.

„Respekt, dass die Jungs das Spiel noch gedreht haben. Jeder hat gesehen, dass wir bis weit in den 3. Satz kein gutes Spiel gemacht haben, aber wenn man mit 2:0 und 15:20 im 3. Satz hinten liegt, muss man schon ganz schöne Nerven haben, das Ding noch zu drehen“, sagte Leipzigs Trainer Steffen Busse erleichtert nach dem Spiel. Getrübt wird die Freude durch die Verletzung von Lyubomir Velichkov. Diagnose ungewiss.

Den 1. Satz begannen beide Teams angespannt und nervös. Man schenkte sich gegenseitig ein paar Punkte. Die Gäste aus Grafing fanden dann schneller besser in ein Spiel, das für beide Seiten höchst gleichberechtigt, aber teilweise unverstanden mit Entscheidungen des 2. Schiedsrichters klar kommen musste. Nach der ersten technischen Auszeit setzten sich die Grafinger deutlich ab. Bei den L.E. Volleys lief nicht viel zusammen. Die Annahme wackelte bedenklich. Pässe kamen nicht auf den Punkt, die Angreifer kamen nicht zum Erfolg. Der Block trat kaum in Erscheinung und die Abwehr konnte auch nichts mehr retten. Zwischenstand 8:16. Busse hatte zwischenzeitlich Eder Pinheiro für Niels Käpernick, später Axel Roscher für Wieland Oswald eingewechselt. Es half nichts. Die Gäste hatten sich im Angriff und im Block um Armin Dewes gut aufgestellt und durften zu Recht über den 25:18-Satzgewinn jubeln.

Im 2. Satz beließ es Busse bei der letzten Aufstellung. Er gestaltete sich ausgeglichener, wenn auch die L.E. Volleys weiterhin nicht zu ihrem Spiel fanden und zu viele Fehler machten. Die Führung wechselte nun ständig. Beim 10:10 kehrte Wieland Oswald für Axel Roscher zurück aufs Parkett. Trotz guter Aktionen in der Abwehr und einem guten Service gerieten die L.E. Volleys im Satzfinale in Rückstand und konnten den Satzgewinn Grafings mit 25:22 nicht verhindern.

Leipzigs Trainer reagierte für den 3. Satz mit einer Auswechslung auf der Zuspielposition und brachte Lyubomir Velichkov für Alexander Schneider. Niels Käpernick kehrte für Eder Pinheiro zurück. Das änderte zunächst nichts am Spielverlauf. Die L.E. Volleys liefen nach der ersten technischen Auszeit ständig einem Rückstand hinterher, immer mal wieder verkürzt auch Dank Fehler der Gäste. Die hatten sich bei ihrer 20:15-Führung dann aber doch zu früh gefreut. Allerdings waren auch die Zuschauer erstaunt, was nun passierte. Nach der Leipziger Auszeit brachte Busse noch einmal Eder Pinheiro. Die L.E. Volleys legten den Schalter um, konterten und der Kampf zahlte sich nun endlich aus. Beim 22:22 hatten die Gastgeber ausgeglichen und der zurückgekehrte Wieland Oswald markierte das 24:22 zum ersten Satzball. Den zweiten nutzte Kapitän Jan Günther zum 25:23 Satzgewinn.

Dies war die Wende im Leipziger und für das gesamte Spiel. Vom Erfolg beflügelt starteten die L.E. Volleys deutlich selbstbewusster in den 4.Satz. Sie setzten taktische Vorgaben besser um und nutzten dabei gleichzeitig die aufkommende Unsicherheit des Gegners. Von Beginn an übernahmen die Hausherren die Führung im Satz und gaben sie nicht mehr aus der Hand. Die Annahme hatte sich stabilisiert und auch der Leipziger Block konnte Erfolge verbuchen. Die Angreifer machten mit bemerkenswerter Übersicht Punkte. Die L.E. Volleys führten 16:12, als sie das Verletzungsunglück von Lyubomir Velichkov ereilte, der nach einer Netzaktion verhängnisvoll landete. Alexander Schneider kam zurück ins Zuspiel. Ein bitterer Wechsel. Trotzdem konnten die L.E. Volleys das Spiel erfolgreich fortsetzen und gewannen den Satz überzeugend mit 25:17.

Tiebreak. Die Hausherren konnten nahtlos an den 4. Satz anschließen und machten deutlich, dass sie nun auch das Spiel gewinnen wollten. Sie servierten die Bälle mutig und konsequent, setzten Grafing unter Druck und dominierten das Spiel. Die Gäste konnten nichts mehr entgegen setzen, haderten mit der Situation des fünften Tiebreaks in der Saison, von denen sie nur einen gewinnen konnten. Mit einem deutlichen 15:9 ging der Entscheidungssatz an die L.E. Volleys.

„Da sind wir alle gerade mal noch rechtzeitig aufgewacht“ kommentierte Leipzigs Angreifer Wieland Oswald die zwei Gesichter seines Teams in diesem Spiel. „Danke an die Zuschauer, dass sie so hinter uns gestanden haben.

Die L.E. Volleys müssen nun schon wieder auf zwei Akteure verzichten. Andi Klingbeil wird immer noch krankheitsbedingt fehlen. Die Diagnose für Lyubomir Velichkov steht zwar noch aus, dass er ausfällt scheint klar. „Das Team hat heute eine Qualität bewiesen, die sehr wichtig ist. Die Jungs haben sich auch in der ausweglos erscheinenden Situation nicht aufgegeben und gezeigt, was kämpferisch in ihnen steckt. Das werden wir brauchen“ blickt Busse auf die kommenden Spiele voraus. Die L.E. Volleys reisen am kommenden Samstag zum nächsten Auswärtsspiel nach Friedrichshafen.

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