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L.E. Volleys: Eine Serie fällt – die andere hält

Die Leipziger Bundesliga-Volleyballer gewinnen gegen den VC Dresden 3:0 und beenden damit ihre Serie von zuletzt drei aufeinanderfolgenden Spielverlusten. Gleichzeitig manifestieren sie die Siegesserie gegen die Landeshauptstädter. Seit Vereinsgründung vor rund 8 Jahren haben die Volleys noch kein Bundesliga-Spiel gegen den VC aus Dresden verloren.

 

Aber das ist alles nur Statistik und für die aktuelle Situation der Leipziger nicht von Relevanz. Ein Sieg musste her, um noch den Klassenerhalt irgendwie zu ermöglichen. Dass dieser Sieg so deutlich ausfiel (es ist der erst zweite zu 0-Sieg in dieser Saison), lag dann am Ende wohl an den Aufschlagsgranaten des Gastgebers und einer guten Portion Selbstvertrauen, mit der die L.E. Volleys in diesem Sachsen-Derby agierten.

 

Gleich im ersten Satz legte Leipzig ordentlich vor, ging mit 5:1 in Führung und konnte diesen Vorsprung gegen tapfer verteidigende Dresdner bis zum 20:16 halten. Beim 22:22 wurde es im längsten Satz der Partie noch einmal spannend. Doch Leipzig musste in dieser wichtigen Phase nur auf die Fehleranfälligkeit des jungen Dresdner Teams warten und konnte beim 25:23 den Sack zumachen.

 

Bei Dresden riss der Faden. Erik Wichert legte im zweiten Satz gleich mit vier Assen vor, andere machten es ihm nach. Die Dresdner Annahme war am Ende auseinander genommen und konnte Leipzig nichts entgegen setzen. 16:8 zur zweiten technischen Auszeit, 21:10 und 25:15 die weiteren Ergebnisse. Und dennoch. Mit 23 Minuten war es dann doch kein Abrasieren des Gegners. Hier war viel Gegenwehr im Spiel und man schenkte sich nichts.

 

Vielleicht war dies dann auch der Grund, weshalb die Volleys im dritten Durchgang kein schönes, aber zumindest noch effektives Spiel lieferten. Spannend war es dennoch. Beim 25:21 kannte der Jubel zum Ende des dritten und entscheidenden Satzes keine Grenzen mehr. Nun war klar, dass dieses sogenannte 6-Punkte-Spiel den Gastgebern das rettende Ufer im Abstiegskampf ein wenig näher gebracht hat. Die gut aufgelegten Zuschauer jubelten mindestens genau so erfreut, wie Mannschaft und Trainer-Bank.

 

MVP des Spiels wurden Sebastian Hähner und aus dem Dresdner Team Lukas Maase, der seine Medaille nicht mehr in Empfang nehmen konnte. Er enteilte nämlich umgehend in die Kabine, um seine Daumenverletzung behandeln zu lassen, die er sich in der Schlussphase des Spiels zuzog. Wir drücken denselbigen, dass es keine schwere Verletzung ist und er bald wieder einsatzbereit ist.

 

Auf Bitte des Vereinspräsidenten blieben die Zuschauer nach dem Spiel noch in der Halle. Wiesinger hatte die traurige Aufgabe, einen seiner langjährigen Weggefährten zu verabschieden. Co-Trainer Gunter Strotzer, der neben Kapitän Erik Wichert und Präsident Manfred Wiesinger der letzte der drei Mohikaner ist, die seit Vereinsgründung das Bundesliga-Team unterstützen, wird seine aktive Karriere beenden.

 

Wiesinger beschrieb Gunter Strotzer als eine Persönlichkeit, die auf liebevoll charmant direkte Weise ihrem Umfeld beibringt, wenn es an Leistung, Perfektion oder Engagement fehlt. Gunter Strotzer sieht, was andere Experten oft nicht sehen. War immer darauf bedacht, seinen Spielern die er trainierte, die besten Hinweise zur Technikverbesserung zu geben. Er kannte keine Freizeit und stand immer im Dienste des Volleyball-Sports und des Vereins. Und weil so eine „Lederhaut“ wie Gunter Strotzer etwas ganz besonderes zum Abschied verdient hat, gab es einen Volleyball aus echter Lederhaut mit persönlicher Gravur. „Ein Leben dem Volleyball“ soll drauf geschrieben sein. Und damit der Abschied auch mal vergessen gemacht werden kann, gab es einen 50%er-Tropfen aus der Region gleich noch mit dazu. Der Präsident wurde dabei immer wieder durch großen Applaus und Trommelbegleitung für Strotzer unterbrochen.

 

Ungewöhnlich für Gunter Strotzer, der sonst keinen Rummel um seine Person mag, ergriff er dann noch das Mikrofon, um sich mit folgenden Worten von seiner Mannschaft und den Zuschauern zu verabschieden:

 

„Ich hoffe, dass die Jungs den Verbleib in der Liga schaffen. Ich wünsche es mir und bedanke mich vor allem bei Euch Fans, die uns über eine so lange Zeit begleitet haben und hoffentlich auch in Zukunft den Weg in die Brüderhölle finden.“

 

Strotzer wird sich nun einer schon seit längerer Zeit dringend notwendigen Operation unterziehen und der Verein wünscht ihm dafür alles Gute und eine schnelle Genesung. Und natürlich, dass sich der „Gunter“ dann schon bald wieder in der Brüderhölle sehen lässt. Am besten weiterhin in der zweiten Volleyball-Bundesliga.

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