Sportive LE Background

L.E. Volleys: Klagen auf hohem Niveau

Ein in Kommentar des Vereinspräsidenten zum Abschluss der Hinrunde

 

Um es vorweg zu nehmen: Es war ein schlechtes Spiel, am Sonntag in Ingolstadt gegen den VCO Kempfenhausen. Ein Spiel, in dem das Leipziger Team nur sehr selten zeigen konnte, was in ihm steckt und warum sie nun als Tabellenführer in die Winterpause gehen. Ein Spiel, welches zwar spannend war, aber eher nur durchschnittlichen Volleyball zeigte. Nicht durchschnittlich, sondern unterdurchschnittlich auch die Leistung des Schiedsrichtergespanns, welches wohl seinen zahlreichen Fehlentscheidungen durch das allzu lockere Ziehen von gelben und roten Karten noch den Hauch von Souveränität verleihen wollte.

 

In der Startaufstellung gewann das Leipziger Team tags zu vor noch beim Spitzenteam in Herrsching, zeigte Volleyball vom Feinsten. Doch schon zu Beginn des Spiels beim VCO waren die Leipziger weit weg von dieser Leistung, konnten sich nie so richtig absetzen, produzierten Eigenfehler am laufenden Band und verloren den Satz folgerichtig mit 24:26. Ole Schwerin kassierte für die Reklamation des astrein im Feld des Gegners platzierten und zu Gunsten der Gastgeber als „Aus“ entschiedenen Satz-Balls dann gleich mal die gelbe Karte. Aber egal. Den Satz hätten die L.E. Volleys schon vorher für sich entscheiden müssen.

 

Die Sätze zwei und drei gewann Leipzig dann nach jeweils ausgeglichener erster Satzhälfte souverän mit 25:20 in beiden Fällen, wobei Co-Trainer Gunter Strotzer in Satz 3 die rote Karte sah, weil auch er eine abermals irrwitzige Schiedsrichterentscheidung reklamierte. Im Protokoll steht am Ende, „Bestrafung wegen unangemessenen Verhaltens“, was Henry Glöckner nach dem Spiel so kommentierte: Gunters Reaktion war mehr als angemessen, hätte in diesem Spiel durchaus öfter kommen können und wir danken ihm dafür.

 

Satz vier begann dann wieder mit Szenen, die wir eigentlich nicht sehen wollen. Leipziger Spieler zeigen deutlich an, dass ein VCO-Ball korrekt im Feld der Volleys gelandet war. Dennoch geben die Unparteiischen den Punkt an Leipzig, welches ihn eigentlich nicht haben wollte. Vielleicht wollten die Schiedsrichter damit vorherige Ungerechtigkeiten ausgleichen, brachten dann aber zu Recht die VCO-Jungs gegen sich auf, was mit einer gelben Karte für das VCO-Team als Verwarnung beantwortet wurde. Aber lassen wir das Gejammer. Volleyball ist ein schneller Sport und damit kämpfen dann auch Schiedsrichter. Und wenn Spieler einen schlechten Tag haben dürfen, dann gestehen wir das auch den Unparteiischen zu, auch wenn es im weiteren Verlauf dann noch eine gelbe Karte als Verwarnung an Leipzig für zu viel Freude nach erfolgreichen Aktionen gab. Nicht weiter drüber nachdenken. Der VCO gewann diesen Durchgang am Ende verdient mit 21:25.

 

Der Tie Break war dann noch einmal sehr spannend. 7:9 lag Leipzig schon zurück, als Eugen Bakumovski zum Aufschlag kam. Ganze sechs Stück konnte er davon in Folge ausführen, davon 4 als Ass und brachte die Volleys damit zum 13:9. Mit dem zweiten Matchball holten sich die L.E. Volleys den Satz zu 15:10 und damit den Sieg mit zwei Punkten fürs Konto.

 

Am Ende war keiner aus dem Mannschaftsumfeld und bei den Fans mit dem Spiel zufrieden. Zu sehr hatte man sich im Vorfeld gefreut, dass dieses Spiel ähnlich hochklassig werden würde, wie noch am Abend zuvor. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau. Die L.E. Volleys sind Herbstmeister, haben 11 der 13 Spiele gewonnen, sind Heimspielkönig, haben als einziges Team aus jedem Spiel Punkte mit nach Hause gebracht und sich dabei im Verlauf der Saison als Team weiterentwickeln können.

 

Also was soll’s. Da gehört so ein Spiel schon mal dazu, zumal das Team das richtig einschätzt und die VCO-Jungs tapfer gekämpft und sich den Punkt redlich verdient haben. Erik Wichert: Wenn man glaubt, es geht nicht mehr schlimmer, dann kommt es schlimmer. Ole Schwerin: Herbstmeister ist schön, aber streichen wir nach dem 12.4.2014 einfach das Wort „Herbst“ und alles ist gut.

 

Und was sagt der Verfasser dieses sehr subjektiv kommentierten Spielberichts und als Vereinspräsident dazu?

 

„Ich sehe keinen Grund, diesem einen in Ingolstadt verschenkten Punkt nachzutrauern. Die Jungs haben eine tolle Hinrunde gespielt, sind in so manchem Vergleich und vor allem im Pokalspiel gegen Bühl über sich hinaus gewachsen und machen zu viel Freude, als dass man hier nun zu hart urteilen sollte. Und außerdem haben wir uns den Umtrunk in Herrsching nach einem grandiosen Spiel bei einer Spitzenmannschaft mehr als verdient. Wenn Vorstand, Trainer und Mannschaft „einen Trinken“ und mal etwas spät ins Bett kommen, dann kann man am nächsten Tag nicht die beste Leistung erwarten. Hier braucht man nicht „heimlich tun“ und wir stehen dazu. Dieses Miteinander hat uns erst so stark gemacht. Sehen wir das Positive aus 14 tollen Spielen, Pokal inklusive. Zuviel Verbissenheit schadet und wird der sportlichen Höchstleistung dieser Mannschaft seit Saisonbeginn nicht gerecht. Wir dürfen und sollten stolz sein.“

 

Stolz sind wir auch auf unsere Fans, die an diesem Wochenende wieder alles gegeben haben, die Mannschaft mit Leckereien umsorgten. Stolz auf unsere Jasmin Döring, die Auswärtsspiel für Auswärtsspiel immer wieder die „Care-Pakete“ schnürt und die leckere Verpflegung zaubert. An unsere Isolde Heuschkel, die jedes Mal mit ihren Schnitzelbrötchen überzeugt oder Luetzows aus Torgau, die immer leckeren Kuchen backen und mittendrin statt nur dabei sind. Letztere litten krankheitsbedingt an diesem Wochenende die Ticker-Dramen von zu Hause aus und waren in Gedanken und per SMS immer bei uns. Und was wären wir ohne unseren Physio Felix Jende, der mit seinen Zauberhänden immer wieder so manch Verspannung in gestressten Spieler-Körpern in Luft auflöst.

Im Namen der Mannschaft und des Vorstands an dieser Stelle einen ganz ganz herzlichen Dank für so viel Zuneigung.

 

Unseren Freunden, Fans, Sponsoren und den Mannschaften der zweiten Liga-Süd wünschen wir nun noch eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten, nen guten Rutsch und ein erfolgreiches, gesundes neues Jahr. Wir sehen uns bald wieder und freuen uns darauf. Am besten schon zum Härteturnier, an diesem Montag, ab 18.00 Uhr in der Leplayhalle.

 

Manfred Wiesinger
Präsident L.E. Volleys

Ihre Kommentar