Sportive LE Background

L.E. Volleys: Zuspieler oder Libero – Na was denn nu?

Leipziger Bundesliga-Volleyballer nach Doppelsieg der Meisterschaft zum Greifen nah

Am vergangenen Wochenende erledigten die L.E. Volleys zuverlässig ihre beiden Pflichtaufgaben und präsentierten sich den insgesamt rund 700 Zuschauern vor allem mit guter Laune und hielten erneut eine neue Aufstellungsvariante bereit. Zweiter Zuspieler Alexander Schneider wechselte mangels Alternative in die Libero-Position und erntete dafür von den Leipziger Zuschauern verdient Ovationen.

Wie kam es dazu, dass Steffen Busse erneut in die Trickkiste greifen musste, nachdem er zu Saisonbeginn schon Zuspieler Roman Metelskiy in den Angriff steckte und dieser seitdem regelrecht aufblüht? Ganz einfach: Henry Glöckner weilt im Ausland und Axel Roscher ist noch verletzt. Also Plan C mit Alex Schneider, der nach wie vor wegen Knieproblemen nicht über längere Strecken im Zuspiel einsetzbar ist. Und er machte es gut und zwar so gut, dass er damit von den Zuschauern bereits am Samstag mit besonders viel Beifall beglückt wurde.

Das Ergebnis beider Spiele ist recht deutlich ausgefallen. Sie gingen jeweils 3:0 an Leipzig und endeten recht schnell. Gegen Stuttgart benötigten die Leipziger am Samstag 68 Minuten, gegen den Volleyballnachwuchs aus Friedrichshafen am Sonntag 64 Minuten. Auch in Ihrem Verlauf ähnelten sich beide Begegnungen sehr. Teils große Vorsprünge in den Sätzen schmolzen oft wieder dahin, weil sich dann doch hin und wieder Unkonzentriertheiten und Fehler auf Leipziger Seite einschlichen. Doch gefährdet war keiner der insgesamt sechs Sätze, in denen tolle Szenen zu sehen waren und die Gegner sich in ihren Stärken unterschiedlich präsentierten. Stuttgart war insbesondere zu Beginn wieselflink und bei den Youngsters aus Friedrichshafen sieht man Klasse heranreifen, wenn auch mental noch einige Arbeit zu leisten ist. Letztere kamen auch ersatzgeschwächt in die Brüderhalle, da am Montag erste Abi-Prüfungen anstehen und mehrere tragende Spieler nicht dabei sein konnten.

Während am Samstag gegen Stuttgart die Annahme noch ein wenig wackelig war, waren es am Sonntag gegen Friedrichshafen dann die Aufschläge. Doch Volleyballspiele kann man auch in anderen Elementen gewinnen, die am Samstag Angriff und am Sonntag Annahme und Block hießen. Es ist schwer, einzelne Akteure besonders hervorzuheben. Jedoch sahen die Zuschauer am Samstag einen gut aufgelegten und überaus erfolgreichen Erik Wichert, der dann aber tags drauf verdient pausieren durfte. Jannik Kühlborn, deutlich wacher als noch am Tag zuvor, übernahm und punktete zuverlässig.

Das Sonntagsmatch war auch das Spiel der Auswechselspieler. Hannes Müller und Roman Metelskiy standen von Anfang an auf dem Parkett und präsentierten sich gut gelaunt und waren zumeist erfolgreich. Marvin Freese punktete am liebsten direkt über die Mitte. Christoph Rascher, in Rüsselsheim noch krankheitsbedingt entschuldigt, hatte an nahezu jedem Block seine Finger dran und wirkte frisch wie nie. Und Ole Schwerin? Ja dieses Ausnahmetalent hatte zahlreiche schöne Momente, allen voran am Sonntag mit einem sensationellen Pass auf Kapitän Günther, den man selbst in der ersten Liga selten so professionell sieht, wie am Sonntag bei den L.E. Volleys. Chapeau.

Und Kapitän Günther durfte dann im dritten Satz des Sonntagsspiel ran und zeigte gut gelaunt, dass er als „Oldie“ in dieser jungen Truppe noch über jede Menge Durchschlagskraft verfügt und nicht umsonst das Wort als Kapitän ergreifen darf, was am Sonntag in einer Überreaktion des ersten Schiedsrichters mündete, der dem Wortführer „Gelb“ zeigte. Aber die Leipziger Zuschauer wissen die seltenen Momente von Hilflosigkeit der Unparteiischen inzwischen mit Humor zu nehmen und applaudierten brav und laut. Ob nun dem Kapitän oder ironisch dem Schiedsrichter ist dabei unklar. Zumal die Schiedsrichterleistung an beiden Spieltagen durchaus Applaus verdient hat.

Alles in allem war es ein schönes Volleyball-Wochenende und nun können sich Mannschaft und Zuschauer auf das wohl wichtigstes Spiel in der nun 5-jährigen Vereinsgeschichte freuen. Am kommenden Samstag, den 22.3. schlägt um 20.00 Uhr die Mainzer Truppe auf, die den L.E. Volleys in der Hinrunde eine schmerzliche von insgesamt bisher nur drei Niederlagen der Saison beibrachte. Gewinnen die L.E. Volleys dieses Match, dann ist ihnen die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen und sie können die beiden verbleibenden Begegnungen am 5.4. in Dachau und am 12.4. zuhause gegen Herrsching locker angehen und als Sahnehäubchen genießen.

15.3.2014 gegen Stuttgart 25:18, 25:18, 25:17

16.5.2014 gegen VYS Friedrichshafen 25:20, 25:18, 25:13

Ihre Kommentar