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Leipziger Tops und Flops im Sportjahr 2009

Leipziger Tops und Flops im Sportjahr 2009

Das Sportjahr 2009 hielt aus Leipziger Sicht zahlreiche Höhepunkte, aber auch einige Enttäuschungen parat. Das größte Highlight war sicher der Deutsche Meistertitel der Bundesliga-Handballerinnen des HC Leipzig, die sich im Finale gegen Bayer Leverkusen durchsetzten (23:20 und 19:19).

Mit ihrem Finaleinzug im EHF-Pokal sorgten die HCL-Handballerinnen auch international für ein Leipziger Highlight im abgelaufenen Sportjahr, auch wenn sie sich beim Kampf um den Europapokalsieg dem spanischen Spitzenteam Itxako Estella geschlagen geben mussten. Im Männer-Handball gab es 2009 aus Leipziger Sicht dagegen Licht und Schatten. Während die SG LVB souverän die Rückkehr von der Oberliga in die Regionalliga schaffte, stiegen die Handballer des SC DHfK nach einer turbulenten Regionalligasaison wieder in die Oberliga ab – ein kleiner Rückschlag bei der Verwirklichung der „Vision Bundesliga“, bei der seit dem 1. Dezember auch Handball-Star Stefan Kretzschmar mitarbeitet.

Die Bundesliga
Dort, wo die DHfK-Handballer hinwollen, kämpfen viele Leipziger Teams schon erfolgreich, nämlich in der Bundesliga. So schafften die Floorballer der MFBC Löwen den Sprung ins Finale um die Deutsche Meisterschaft, mussten sich hier aber dem Titelverteidiger UHC Sparkasse Weißenfels geschlagen geben. Auch die Judoka des JC Leipzig kämpften 2009 in der Bundesliga äußerst erfolgreich. Sowohl die Frauen als auch die Männer holten die Bronzemedaille in die Messestadt. Ebenfalls erstklassig spielen die Kegler des SV Leipzig 1910.

Aufstiege und Abstiege
Bundesliga-Aufstiegsjubel war in diesem Jahr gleich dreimal aus Leipzig zu hören. Die Hockey-Herren des ATV 1845 schafften auf dem Feld den Sprung in die zweite Bundesliga, die Frauen spielen weiterhin in der Hallen-Bundesliga. Außerdem schafften die besten Leipziger Schwimmer als SSG Leipzig die Rückkehr von der Zweiten in die Erste Bundesliga, ebenso wie die Radballer des KSC Leipzig. In der Schachbundesliga der Frauen konnte sich der SC Leipzig-Gohlis und der SK Großlehna im Mittelfeld platzieren, die Frauen des BSV Weißblau Allianz mussten allerdings den Gang in die Zweite Liga antreten. Ebenfalls der Abstieg in die Zweite Bundesliga ereilte die Ringer des KFC Leipzig. Die Basketballerinnen des BBV Leipzig blieben durch die Hintertür erstklassig, weil gleich zwei Teams wegen finanzieller Probleme auf ihr Bundesliga-Startrecht verzichten mussten.

Gold, Silber und Bronze

Auch die Leipziger Einzelsportler hatten im Sportjahr 2009 einiges zu feiern. Schwimmerin Juliane Reinhold wurde in Prag Junioren-Staffel-Europameisterin über 4×100-Meter Freistil, über 4×200 Meter gab es als Zugabe noch Silber. Die Judoka Heide Wollert holte sich bei der WM in Rotterdam die Bronzemedaille, Kerstin Thiele holte sich der Europameisterschaft in Tiflis Silber. Auch die Leipziger Kanuten und Ruderer sorgten für Glanzpunkte. Robert Nuck holte nach seinem Europameistertitel im Zweier-Canadier über 500 Meter in Brandenburg, auch bei der WM im kanadischen Dartmothy Gold. Tina Dietze wurde Weltmeisterin im Vierer-Kajak über 200 Meter, dazu kam der EM-Titel über 500 Meter. Kanuslalom-Ass Jan Benzien sicherte sich bei der EM in Nottingham die Bronzemedaille. Finswimmer Sven Lützkendorf war bei der Weltmeisterschaft in St. Petersburg der große Star, als er Gold über 1.500 und 800 Meter Freistil jeweils in Weltrekordzeit holte.

Vier Stars beenden ihre Karriere
Gleich vier Leipziger Sport-Stars beendeten 2009 ihre Karriere. Nach Wildwasserkanutin Mandy Planert, Wasserspringerin Heike Fischer und Rennkanu-Olympiasieger Christian Gille, die im März ihre sportliche Karriere beendeten, gab im Dezember Judoka Annett Böhm ihren Rücktritt bekannt. Während Mandy Planert, die seit dem 6. März 2009 mit Jan Benzien verheiratet ist, und Heike Fischer Mutterfreuden entgegen sahen, widmen sich Christian Gille und Annett Böhm nun ihrer beruflichen Karriere.

Insolvenzen beim VCL, Blue Lions und FC Sachsen
Neben den zahlreichen Erfolgen für Leipziger Sportler war das Sportjahr 2009 auch geprägt von finanziellen Problemen und Insolvenzen. Mit dem VC Leipzig (VCL), den Blue Lions und dem FC Sachsen Leipzig mussten gleich drei Vereine den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Während der VCL ganz von der Vereinslandschaft verschwand, konnten die Blue Lions (Regionalliga) und der FC Sachsen (Oberliga) weiter existieren. Bundesweit für Schlagzeilen sorgte der Start des RasenballSportvereins, der mit Unterstützung von Red Bull so schnell wie möglich den Durchmarsch von der Oberliga in die Bundesliga schaffen soll. Nach der Hinrunde ist die Mannschaft um den ehemaligen Nationalspieler Ingo Hertzsch als Spitzenreiter auf dem Weg in die Regionalliga. Einen erstaunlich starken Einstieg feierte auch der neugegründete Volleyballverein „L.E. Volleys“. Das Team um Trainer Steffen Busse, der im Dezember sogar sein Comeback auf dem Spielfeld feierte, spielte in der Zweiten Bundesliga auf Anhieb in der oberen Tabellenhälfte mit.

Text: Andreas Wendt

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