Sportive LE Background

LVB-Handballer verlieren Tabellenführung nach 31:32-Niederlage

Tabellenführung verloren, Herbstmeisterschaft (fast) ade: Die Handballer der SG LVB haben auswärts bei der HSG 2000 Wolfen mit 31:32 (13:13) verloren. „Die Pleite haben wir uns selbst zuzuschreiben. Die Chancenverwertung war katastrophal“, so LVB-Coach Jens Große. Die Wolfener gingen mit einer offensiven Deckung ins Spiel. Der Leipziger Spielmacher Max Berthold agierte daher fast von der Mittellinie aus, laut Große eigentlich kein Problem: „In Hermsdorf haben wir die gleiche Situation sehr gut gelöst, die Halbspieler agierten aktiver.“ Dies habe heute nur bedingt funktioniert, „da Linkshänder Jakob Fritsch leider völlig von der Rolle war.“ Doch die Niederlage an einer Person festzuhalten, wäre nicht fair. „Es war beim gesamten Team kaum Einsatzbereitschaft zu erkennen, Absprachen in der Deckung fehlten und es wurde nicht nach Abprallern gekämpft. Insgesamt zwölf technische Regelfehler kamen erschwerend dazu“, ergänzt Co-Trainer Torsten Löther sichtlich enttäuscht.

Während die Leipziger mit sich selbst haderten, avancierte vor allem der Wolfener Torhüter Yves Schöneboom zum Matchwinner. Der in der Messestadt wohnhafte 20-Jährige entschärfte einen Leipziger Wurf nach dem anderen und feuerte so seine Vorderleute und die anwesenden Fans gehörig an. Während die Gastgeber mit schnellen Kombinationen im Angriff leichte Tore erzielen konnten, versuchten es die Leipziger durch zahlreiche vergebliche Einzelaktionen. „Die Leistung von Wolfen, vor allem aber ihrem Torhüter, müssen wir nahtlos anerkennen“, so LVB-Trainer Große. Die Verletztenliste mit den Leistungsträgern Daniel Kunz (Sehnenriss am Arm), Philipp Grießbach (Kreuzbandriss) und Marco Steinbeck (Schulter-OP) sei keine Ausrede.

Die Leipziger gingen mit 1:0 durch Georg Eulitz in Führung. Es sollte die letzte Führung der Gäste sein, denn die Wolfener zogen über 3:5 und 6:8 auf 7:10 davon. LVB-Coach Große nahm eine Auszeit (20. Minute) und forderte größere Offensivbemühungen und einen sicheren Torwurf. Seine Spieler agierten daraufhin konzentrierter und glichen vor dem Pausenpfiff mit 13:13 aus. Nach der Pause begegneten sich beide Teams eine kurze Zeit auf Augenhöhe, ehe sich die Probleme auf Leipziger Seite wieder einschlichen. Wolfen zog fast uneinholbar auf 20:25 in der 44. Minute davon. Große stellte seine Mannschaft auf Manndeckung um, welche kurzzeitig für Erfolg sorgte (26:29). Doch durch einige Zeitstrafen dezimierten sich die Leipziger und hoben dadurch die eigene Deckungsmaßnahme auf. Wolfen zog auf 26:31 davon – die Vorentscheidung war gefallen. Leipzig bäumte sich noch einmal kurz auf und konnte mit dem Schlusspfiff auf 31:32 verkürzen.

Durch die Niederlage verloren die Blau-Gelben die Tabellenführung an die HSG Freiberg, die Staßfurt daheim souverän mit 33:24 schlug und somit mit 19:03 Punkten vor LVB mit 19:03 Zählern an Leipzig vorbeizog. Da die Leipziger ihr Spiel gegen Bad Blankenburg am nächsten Wochenende bereits auf den 20.11. (32:29) vorgezogen hatten, müssen die Freiberger in der nächsten Woche zum Derby beim starken HC Elbflorenz antreten. Bei einem Remis sind die Bergstädter automatisch Spitzenreiter, bei einem Sieg mit mehr als 14 Toren Unterschied ebenso. Andernfalls überwintern die Leipziger an der Spitze der Mitteldeutschen Oberliga, eh sie am 07. Januar auswärts gegen Glinde ins neue Jahr starten. Das nächste Heimspiel in der Sporthalle Brüderstraße steigt am 15. Januar zum Rückrundenauftakt gegen den SV Hermsdorf.

SG LVB (Tore/davon Siebenmeter): Röttig (TH), Herrmann (TH), Claus (TH, n.e); Eulitz 2, Meiner 7/2, Kostulski, Wagner 4, Ziemann (n.e.), Fritsch 2, Berthold 3, Höhne, Zart 6/1, Randt 1, Pietzsch 1, Lorenz-Tietz 5

Ihre Kommentar