Sportive LE Background

Stellungnahme zum brutalen Vorfall in Leipzigs „Fan“Szene

„Mit Bestürzung hat der 1. FC Lok Leipzig die erneut ausufernde Brutalität zur Kenntnis genommen und verurteilt ausdrücklich den gewalttätigen Angriff von militanten Neonazis auf Fans der BSG Chemie Leipzig. Unsere Wünsche gelten der schnellsten Genesung des Schwerverletzten. Wir plädieren ausdrücklich dafür, dass mit Hilfe der Opfer, Zeugen und von Beweisen durch Polizei und Staatsanwaltschaft für lückenlose Aufklärung gesorgt werden kann, um die Täter rechtskräftig zu verurteilen.

Mit allem Nachdruck widerspricht der 1. FC Lok jeglichen Vorwürfen und Anschuldigungen, dass einzelne Täter direkt mit dem Verein in Verbindung gebracht werden. Ein sich öffentlich zu dem Überfall bereits bekennender Beteiligter hat seit Frühjahr 2007 Hausverbot auf dem Vereinsgelände und
im Bruno-Plache-Stadion sowie seit 2008 ein NOFV-weites Stadionverbot. Vier weitere Sanktionen in Form von Haus- und NOFV-weitem Stadionverboten hat der 1. FC Lok aufgrund der Vorkommnisse in dieser Woche verhängt. Bei weiterer Identifizierung von beteiligten Personen, die sich ihrer Meinung nach als Anhänger des Vereins sehen, wird der 1.FC Lok konsequent die Mittel des Haus- und NOFV-weiten Stadionverbotes durchsetzen.

Die anhaltenden Auseinandersetzungen haben – wenn überhaupt jemals ein Bezug dazu verortet werden durfte – die Rivalität im Rahmen des Fußballs seit langer Zeit verlassen. Wie bereits betont, versuchen dennoch einzelne Personen kontinuierlich den 1. FC Lok als Plattform politisch rechtsextremer und gewalttätiger Ideologien auszunutzen und zu missbrauchen. Damit gerät das über Jahre hinweg von unzähligen Mitgliedern, ehrenamtlichen Helfern, Fans, Freunden, Sponsoren und Förderern Aufgebaute in Gefahr. Das wird der 1. FC Lok nicht zulassen. Er verurteilt diese dem Verein und seinen Grundsätzen in höchstem Maße schädliche Bestrebungen auf das Schärfste und wird auch in Zukunft konsequent alles ihm Mögliche unternehmen, um dies zu verhindern.

Trotzdem sind wir uns im Klaren, dass dem 1. FC Lok aufgrund jeglichem dem Verein zutiefst schädigenden Verhalten – sei es an Spieltagen oder darüber hinaus – Ansehen, Fans, Förderer und Sponsoren verloren gehen und Neue auch deshalb erst gar nicht gewonnen werden können. Vor allem ohne die überwältigend große Anzahl von Fans wäre diese sportlich einmalige Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Offizielle, Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer, Spielerinnen und Spieler und vor allem die Fans repräsentieren den Verein in der Öffentlichkeit. Deshalb rufen wir alle Fanclubs, Fans und Sympathisanten des 1. FC Lok nachhaltig zu fairem, respektvollem, tolerantem und friedlichem Verhalten auf. Achtet aufeinander, provoziert nicht und lasst euch nicht provozieren, meidet aufkommende Konfliktsituationen, lebt euch gegenseitig positive Leidenschaft zum Wohle des 1. FC Lok vor. Nicht zuletzt die Fans bilden einen der wichtigsten Bestandteile für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins.

Mitglieder, die grob gegen die Identität, die Grundsätze und das Interesse des Vereins verstoßen, werden nach Paragraf 11 Absatz 4 (a, b, c und d) der Vereinssatzung aus dem Verein ausgeschlossen und können einschließlich mit Haus- und NOFV-weitem Stadionverbot bestraft werden. Bei Personen (Nicht-Mitglieder), die im „Namen“ des 1. FC Lok dagegen verstoßen und ein derartig schädigendes Verhalten an den Tag legen, stehen dem Verein einzig die äußersten Mittel des Haus- und/oder NOFV-weiten Stadionverbotes zur Verfügung.

Für den 1. FC Lok spielen mehr als 350 Fußballerinnen und Fußballer, Frauen, Mädchen, Männer und Jungen aus 13 Nationen (unter anderem in 14 Nachwuchsmannschaften), der Verein ist mit 1.726 Mitgliedern der zweitgrößte Fußballclub im Freistaat Sachsen. Wir können uns nur erneut wiederholen, dass der 1. FC Lok im Bewusstsein seiner
gesellschaftlich-sozialen Verantwortung neben dem betriebenen Leistungssport für eine aktive und erfolgreiche Jugend-, Sozial- und Integrationsarbeit steht. Er lehnt – wie in der Vereinssatzung fest verankert – jegliche Form von Diskriminierung, fremdenfeindlichkeit und Gewalt ab. Unter anderem wird der 1. FC Lok in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge mit verschiedenen Aktionen an der europaweiten FARE-Woche gegen Rassismus und Diskriminierung teilnehmen.“

Ihre Kommentar