Myofasciale Integration
Auf Ursachenforschung in Sachen Schmerz
Laut einer Forsa-Umfrage greift mittlerweile jeder zweite Bundesbürger allein bei Kopfschmerzen zu Medikamenten aus einer Apotheke. Oft scheint eine Linderung der Beschwerden gleichsam schnell wie nur von kurzer Dauer, da der eigentlichen Ursache keine Beachtung geschenkt wird. Schmerzen sind in erster Linie Warnsignale des Körpers. Werden die Symptome nicht oder nur oberflächlich behandelt, wird der Schmerz über kurz oder lang wieder zurückkehren.
Im Zusammenhang mit vielen Beschwerden spricht man vom »Myofascialen Schmerzsyndrom«. Dieser Ausdruck beschreibt eine Krankheit, welche den Bereich der Muskulatur sowie deren Bindegewebe umfasst. Überlastung oder durch Sport bedingte Verletzungen betroffener Muskelgruppen sind meist die Auslöser.
Der menschliche Körper, Muskeln und Organe sind von einem netzförmigen Bindegewebe umgeben, den Faszien. Dadurch werden die einwirkenden Kräfte durch den gesamten Körper weitergeleitet. Dieses Netzwerk trägt dazu bei, dass sich die Teile des Körpers zu einem Ganzen zusammenfügen. Es unterstützt den Körper und wirkt wie ein elastischer Stoßdämpfer bei Bewegungsabläufen. Kommt es zu Fehlstellungen der Faszien und werden diese nicht korrigiert, verformen sie sich. Das führt nicht nur zu Veränderungen der körperlichen Struktur und Position, sondern hat gleichzeitig Auswirkung auf die Belastbarkeit des gesamten Organismus.
Die myofasciale Integration oder Tiefenbindegewebearbeit knüpft hier an. Bei dieser Therapieform wird primär der Körper als Ganzes betrachtet und nicht der Schmerz in den Vordergrund gestellt.
Grundlage bilden die Behandlungstechniken der beiden US-Amerikaner Steven Typaldos und Thomas Myers. Myers gelang es als Erstem, myofasziale Kontinuitäten im menschlichen Körper nachzuweisen.
Ziel und Zweck der myosfascialen Therapie ist es, tief sitzende Bindegeweberestriktionen aufzulösen, um über das Netzwerk der Faszien ausgleichend auf den gesamten Organismus einwirken zu können. »Es geht vor allem darum, den Körper in seine Ausgangsform zurückzubringen und dadurch den Selbstheilungsprozess zu fördern«, erklärt Nadine Schmidt, Therapeutin bei Physiolance in Leipzig, wo dieses Verfahren auch angewendet wird.
Das menschliche Gehirn lokalisiert aber den Schmerz nicht immer dort, wo er entsteht, sondern auch in anderen Körperregionen, die von schmerzleitenden Strängen der Nervenbahn durchlaufen werden. Mittels Sichten und Ertasten sucht der Therapeut gezielt nach Störungen, Verdrehungen oder Verschiebungen in den einzelnen Körpersegmenten und Veränderungen der Bindegewebszonen, die dann durch sanfte manuelle Behandlung in Form spezifischer Grifftechniken individuell therapiert werden können.
Die myosfasciale Integration ist für jedermann geeignet. Die Genesung verläuft in der Regel schneller als bei Operationen, da der natürliche Heilungsprozess des Körpers gefördert und ihm diese Aufgabe nicht abgenommen wird. Auch jahrelang bestehende Leiden können dauerhaft geheilt werden.
Die Anwendungsbereiche sind umfassender Natur und reichen von Rückenbeschwerden über Kopfschmerzen bis hin zu Archillessehnenverletzung oder Kreuzbandriss.
Auch zahlreiche Leistungssportler arbeiten nach Verletzungen mit Hilfe der myosfascialen Integration an ihrer Genesung. So feierte Markus Miller, Torwart vom Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC, schon 98 Tage nach seinem Kreuzbandriss sein erfolgreiches Punktspiel-Comback, und das ohne Operation. Auch Susann Müller und viele andere Handballerinnen vom HC Leipzig schwören auf diese effiziente Behandlungsalternative. (an)











Ich leide seit 1972 unter chronischen Schmerzen. Die in New York gemachte Diagnose, Myofaszial Schmerzsyndrom, lokalisiert, halte ich fuer zutreffend. Durch schlechte Haltung, einen festen Handschlag, das Tragen von Lebensmittel nach einem Einkauf, sich wiederholende Handbewegungen, Aktivitaet im Intimverkehr, Liegen, Ruhen auf der linken oder rechten Seite (ich ruhe zumeist, oder versuche es, auf dem Ruecken), bekomme ich Schmerzen. Sie generieren, entweder auf de linken oder rechten Koerperseite, von Triggerpunkten im oberen Koerperteil ins Gesicht bis in die Kopfkrone, auch in das Auge(stechender Schmerz, aber auch ein starkes Gefuehl der Betaeubtheit). Dann entstehen, typischerweise nach einem festem Handschlag (und das bezieht sich auch auf die Gesichtsscherzen), Arm und Beinschmerzen. Der Schmerz kann sich nach stunden langem Ruhen, Schlafen im Besonderen, beruhigen. Bei mir hilft gute Koerperhaltung, Schwimmen, auch Gehen und autogenes Training. Ich nehme ein Antidepressivum ein. Ich vermeide Vieles. Auch leide ich unter hoher Sensibilitaet der Fusssohlen. Ich trage weiche Schuheinlagen, speziell hergestellt, die einen Cushioning Effect haben. Ich lebte bis vor kurzem in New York, wo ich seit 1982 in staendiger Behandlung war. Jetzt, lebe ich in Bremen, bin bei einem Neurologen in Behandlung, der wenig Kenntnis bezueglich meiner Krankheit hat. Ich suche nach Allem, was mir helfen kann. Demnaechst werde ich wieder mit dem Schwimmen beginnen. Ihr Kommentar interessiert mich sehr.