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Niederlage in Coburg: LVB-Handballer können nur eine Halbzeit mithalten

Die Handballer der SG LVB haben trotz einer guten ersten Halbzeit ihr Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn HSC 2000 Coburg mit 28:34 (17:17) verloren. „Wir sind nach dem Seitenwechsel nicht gut in die Partie zurückgekehrt und haben in zwölf Minuten nur zwei Tore gemacht. Diesem Rückstand sind wir dann hinterhergelaufen“, versucht LVB-Coach Jens Große die Niederlage zu erklären. Bester LVB-Werfer vor der äußerst beeindruckenden Kulisse von 2045 Zuschauern in der HUK-Coburg-Arena war Georg Eulitz mit sieben Treffern, davon einem Siebenmeter. Zu Beginn der Partie schienen die Hausherren durch die in dieser Liga fast einmaligen Stimmung in der ausverkauften und nagelneuen Halle gehemmt zu sein, denn Leipzig war zunächst am Drücker und ging durch Tommi Sillanpää und Krzysztof Zart 2:1 in Führung. Zudem fans LVB-Torhüter Sebastian Schulz von Anfang an gut im Spiel. Trotzdem gingen die Leipziger zunächst in 3:5-Rückstand, doch Linkshänder Jacob Fritsch zeigte immer wieder ein Kämpferherz und netzte mehrmals ein. So begann die Aufholjagd über 5:6 und 6:7, ehe mit dem 7:7 ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen begann.

Dieses setzte sich über die Stationen 10:10 – durch den mittlerweile in Manndeckung genommenen Fritsch – und 14:14 fort. LVB-Trainer Große wechselte munter durch, während HSC-Coach Hrvoje Horvat seinem Stamm vertraute. Ein Bruch im Leipziger Spiel war trotz der Veränderungen nicht zu vernehmen, auch nicht bis zum Seitenwechsel beim Stand von 17:17. Dieser wurde durch einen direkten Freiwurf der Coburger am Pfosten von Keeper Schulz eingeläutet. Nachdem das Trainerteam in der Halbzeitansprache noch einmal eindringlich darauf hinwies, dass ein Sieg in Coburg durchaus möglich wäre und die eigenen Chancen konsequent zu nutzen sind, gaben die LVB-Herren das Spiel innerhalb weniger Minuten selbst aus der Hand. Abspiele landeten im Nirgendwo oder beim Gegner und Chancen wurden leichtfertig vergeben, sodass die Hausherren schnell auf 18:22 davon ziehen konnten. Torhüter Sebastian Schulz war es in dieser Phase zu verdanken, dass die Sachsen nicht deutlicher ins Hintertreffen geraten. Sein Gegenüber Havard Martinsen trumpfte jedoch immer mehr auf und ließ die Straßenbahner auch in Überzahl verzweifeln. Erstaunlicherweise war es dann eigene Unterzahl-Situationen, die die Leipziger durch einen Doppelpack von Georg Eulitz ab der 45. Minute wieder ins Spiel brachten (21:24). Doch erneut landete Coburg drei Treffer in Folge und entfloh auf 21:28. Wieder zwei Tore durch den LVB-Rechtsaußen und der nun für Schulz im Tor stehende Patrick Ziebert mit einigen Paraden ließen den Funken der Hoffnung noch einmal kurz aufkeimen (24:29, 52. Minute). Leipzig kämpfte nun noch einmal mit letzten Mitteln, agierte aber zu ungeduldig und leistete sich dadurch wieder unnötige Fehlabspiele. Auch eine letzte Auszeit beim Stand von 26:31 vier Minuten vor Schluss blieb ohne Wirkung, sodass die Coburger den Sieg am Ende verdient feiern konnte.

„Hätten wir das Niveau über die ganze Spielzeit gehalten, wäre heute etwas drin gewesen. Zudem hatte aber auch Coburg durch das Publikum ein großes Plus auf seiner Seite“, gibt sich LVB-Trainer Große nach der Partie ebenfalls beeindruckt von der Kulisse. Er versprach aber im gleichen Atemzug und unter Beifall des Publikums, mit seinem Team alles für den Klassenerhalt zu tun – um auch in der nächsten Saison wieder diese Kulisse erleben zu dürfen. Coburgs Trainer Horvat sah indes das gewonnene Torhüterduell in Hälfte zwei als Grund für den doppelten Punktgewinn seiner Mannschaft an. Zeit zum Verschnaufen gibt es die Leipziger indes nicht, denn sie bestreiten am Freitagabend um 20 Uhr bei der GSV Eintracht Baunatal die zweite Auswärtspartie innerhalb von 48 Stunden. Nächste Woche Samstag (26.11.) steht um 19.30 Uhr dann das dritte Spiel auswärts hintereinander beim HSC Bad Neustadt an. Daheim in der Sporthalle Brüderstraße empfangen die Leipziger erst wieder am 10.12. um 19.30 Uhr den TV Jahn Duderstadt.

SG LVB (Tore/Siebenmeter): Schulz (TH), Ziebert (TH), Röttig (TH, nicht eingesetzt) – Eulitz 7/1, Kostulski 1, Wagner 2, Fritsch 6, Leuendorf, Höhne 3/2, Wendlandt 4, Zart 4, Sillanpää 1, Baum, Uhlig.

HSC 2000: Steins (TH), Martinsen (TH) – Metz, Schramm 1, Göhl 5, Dobardzijev 5/1, Franke, Kelm 6, Karapetjan 2, Kirchner S. 1, Linsmeier 2, Kirchner F., Cohajic 6, Anderson 6/2.

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