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SC DHfK: Bestnoten für Vortmann, Janke, Putera und Fans

Die Leistungen des SC DHfK Leipzig in den ersten beiden Saisonspielen hatten die Erwartungen in der Messestadt in die Höhe schnellen lassen. Prompt erwarteten nicht wenige Handballfans gegen den eigentlich favorisierten TSV Hannover-Burgdorf einen Sieg. Doch die Niedersachsen konnten die Gastgeber mit 25:23 (12:11) Treffern erstmals in der ersten Bundesliga bezwingen.

Die Gäste, die viele Experten in dieser Saison auf einem Europapokalplatz sehen, dominierten die Begegnung von Anfang an. Sie hatten mit Morten Olsen einen dänischen Olympiasieger im zentralen Rückraum, mit Fabian Böhm und Runar Karason zwei Nationalspieler auf den halben Positionen, mit Casper Mortensen einen weiteren Olympiasieger auf Außen und Erik Schmidt einen Europameister am Kreis. „Wir haben’s sehr selten geschafft, die Angriffe von Hannover zu unterbrechen“, haderte Chefcoach Christian Prokop mit seinem Team. Prompt lagen die Niedersachsen permanent vorn. 2:3, 5:7, 6:9, 11:12, 14:17, 16:20. Doch diese Differenz drückte die spielerische Überlegenheit nicht annähernd aus. Es hätten – eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff – acht oder neun Treffer sein können.

Dass der Vorsprung des Favoriten in einem erträglichen Rahmen blieb, hatten die körperkulturellen Handballer vor allem den eigenen Torhütern zu verdanken. Sie konnten vier von fünf gegnerischen Siebenmetern und weitere Großchancen parieren. Unmittelbar vor dem Seitenwechsel lief Casper Mortensen zwei schnelle Gegenzüge, doch brachte die beiden Chancen gegen Vortmann nicht unter. Außerdem konnte auch Maximilian Janke mit seinen sechs Toren überzeugen. Er war der einzige Rückraumspieler, der permanent gefährlich war. „Wir brauchen ganz großes Glück, um solche Spiele drehen zu können“, gab CCCP unumwunden zu.

Andererseits: Auf die grün-weißen Handballfans ist Verlass. Sie feuerten die eigene Mannschaft – trotz dieses aussichtslosen Rückstandes – lautstark an. Sie feierten jedes Tor einzeln: Einen Alleingang von Christoph Steinert, einen Treffer von Lukas Binder von Außen, zwei weitere Treffer von Benjamin Meschke und Tobias Rivesjö. Die fantastische Unterstützung bewirkte, dass die einheimischen Handballer plötzlich dran waren! Franz Semper und Aivis Jurdzs schafften vier Minuten vor dem Ende das 22:22. Die Zuschauer tobten.

Doch die Niedersachsen, äääh, Nationalspieler Kai Häfner antwortete eiskalt. Der olympische Bronzemedaillengewinner spielte in der Schlussphase seine ganze Routine aus, bediente die Kollegen und erzielte einen Treffer selbst. So endete das Bundesligaspiel, den Quoten in den Wettbüros entsprechend, mit einem Auswärtssieg.

Statistik:

SC DHfK Leipzig gegen TSV Hannover-Burgdorf 23:25 (11:12)

Stationen: 3:3, 4:6, 6:9, 8:10, 11:10, 13:16, 16:20, 19:22, 22:22, 23:25

SC DHfK Leipzig: Putera, Vortmann; Semper 2, Steinert 3/2, Rojewski 1, Jurdzs 5, Oehlrich, Binder 1, Janke 6, Roscheck, Rivesjö 2, Strosack 1, Meschke 1, Milosevic 1

Hannover-Burgdorf: Ziemer, Semisch; Johannsen 2, Mortensen 5/1, Patrail 2, Hykkerud, Häfner 5, Böhm 4, Karason 1, Schmidt, Olsen 4, Hinz, Kastening 2, Dräger

Zuschauer: 2907 Handballfans in der ARENA Leipzig

Schiedsrichter: Moles / Pittner

Siebenmeter: Leipzig 4/2, Hannover 5/1

Zeitstrafen: Leipzig 2 Min, Hannover 6 Min

Trainer Jens Bürkle (Hannover-Burgdorf):

„Von meinem Gefühl her war es heute ein verdienter Sieg für uns. Wir waren das ganze Spiel über dominant und haben viel richtig gemacht, bis auf den Abschluss. Allerdings haben wir sehr viele freie Chancen liegen lassen und vier Siebenmeter vergeben. Darum ist das Spiel fast noch gekippt. Ich bin glücklich und zufrieden mit meiner Mannschaft, die heute sehr diszipliniert gespielt hat.“

Christian Prokop (SC DHfK Leipzig):

„Ich gratuliere Jens und seiner Mannschaft zum verdienten Sieg. Hannover hat sich sehr gut auf uns vorbereitet und hat heute den Matchplan einfach besser umgesetzt. Bei mir ist heute sehr viel Enttäuschung dabei. Wir sind in der Deckung sehr eingeschläfert aufgetreten und konnten Hannovers Angriffe nicht unterbrechen. Durch eine saustarke Torhüterleistung hatten wir noch das Glück, mit nur einem Tor Rückstand in die Pause zu gehen. Dann kämpfen wir uns im zweiten Durchgang emotional zurück in die Partie und hatten die Chance, nochmal richtig Druck zu machen. Aber um das Spiel zu drehen hätten wir in der Endphase etwas mehr Glück gebraucht, das ist jedoch nicht passiert. Die Liga ist unglaublich eng, daher ist die schwache Leistung heute besonders bitter.“

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