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SC DHfK: Der Aufsteiger ist Sieger nach Punkten

„Oh, wie ist das schön!“ sangen 150 Handballfans am Sonnabendabend in Lübbecke laut. Sie feierten das wahnsinnige 24:24 (8:11), das die Männer des SC DHfK Leipzig in den letzten 40 Sekunden erreicht hatten, und damit den vierten Auswärtspunkt des Aufsteigers in der laufenden Saison. „So was hat man lange nicht gesehn. So schön. So schön!“ Denn in der Vergangenheit hatten die Neulinge in der ersten Bundesliga vor allem auswärts nur wenig zu bestellen.

Die körperkulturellen Handballer ließen in der Kreissporthalle im ostwestfälischen Lübbecke insbesondere in der ersten halben Stunde des Spieles viele Wünsche offen. Nein, nein, die Abwehr der grün-weißen Gäste stand meistens sehr sicher. Doch dafür fehlte den Angriffen die erforderliche Präzision. Vor dem Seitenwechsel konnten weder Weber noch Janke, Pöter, Steinert oder Semper die gewünschte Wirkung erzielen. Chefcoach Christian Prokop hatte schon mehrere Varianten probiert. Trotzdem lagen die Sachsen 1:3, 3:5, 7:9 beziehungsweise 8:11 hinten.

So musste CCCP seine Mannschaft in der Kabine neu ausrichten. Sie startete tatsächlich mit neuem Schwung in die zweite halbe Stunde des Spiels. Prompt konnten Krzikalla, Binder und Weber mehrere Male den Ausgleich markieren sowie Milosevic und Janke die körperkulturellen Handballer mit 18:16 Toren in Führung bringen.

Allerdings wurde der Vorsprung durch vermehrte Abspielfehler und vergebene Chancen schnell wieder eingebüßt. Außerdem mussten die körperkulturellen Handballer mit der zunehmenden (extremen) Härte des Kontrahenten zurechtkommen. Vorneweg Christoph Steinert, der in der letzten Saison im benachbarten Minden auf der Platte stand, musste Fouls wegstecken. Das gegnerische Konzept schien – trotz roter Karten für Remer, Lazovic und Borozan – zu fruchten. Der aktuelle Nationalspieler Schöngarth erzielte in der vorletzten Minute das scheinbar sichere 24:22 aus Nettelstedter Sicht.

Doch der Aufsteiger aus Sachsen kämpfte. Die grün-weißen Handballer schafften 42 Sekunden vor dem Schlusspfiff das Anschlusstor durch Krzikalla, einen schnellen Ballgewinn an der Mittellinie und einen Kontertreffer durch Sommer. Ausgleich! So schnell kann’s gehen. Sie verteidigten den verdienten Auswärtspunkt in den restlichen 24 Sekunden der Auseinandersetzung (mit den eigenen Schlachtenbummlern im Rücken) aufopferungsvoll. „Oh, wie ist das schön!“

Spielbericht: Leutzscher Welle
Fotograf: Rainer Justen.

 

 

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