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SC DHfK Leipzig: „Das war Bitter!“

 

Die Handballer des SC DHfK Leipzig waren in den vergangenen drei Spielzeiten gegen Hamburg, Solingen und Minden stets siegreich in die Saison gestartet. Das wollten die körperkulturellen Männer – trotz zahlreicher Ausfälle – abermals schaffen. Doch der TVB Stuttgart war dieses Mal besser. Die Schwaben gewannen das erste Saisonspiel in der stimmungsvollen ARENA Leipzig mit 27:26 (12:11) Toren knapp.

Das hatten die Männer von der Stuttgarter Stadtgrenze insbesondere Johannes Bitter zu verdanken. Der ehemalige Nationaltorwart (144 Länderspiele für den deutschen Handballbund) vereitelte schon in der Anfangsphase gleich mehrere Großchancen von Niclas Pieczkowski, Franz Semper und Philipp Weber sowie einen Siebenmeter von Raul Santos. Die grün-weißen Handballer erzielten in der ersten Viertelstunde der Begegnung gerade drei Treffer. Folgerichtig lagen die himmelblauen Schwaben ständig vorn. 2:0, 6:3, 8:4, 10:7. Sie konnten sich – neben Torwart Bitter – auch auf Robert Markotic oder Dominik Weiß verlassen.

Die einheimischen Handballer brauchten gegen den routinierten Kontrahenten eine Weile, das Fehlen von insgesamt fünf verletzten Stammspielern zu kompensieren. Als Semper, Weber und Neuzugang Patrick Wiesmach treffsicherer wurden, schlossen sie – unter dem Jubel der lautstarken 3376 Anhänger – schnell wieder auf. Wiesmach und und Pieczkowski markierten unmittelbar vor dem Seitenwechsel die Anschlusstreffer zum 10:11 beziehungsweise 11:12. Sie deuteten eine hoch dramatische zweite Spielhälfte an. Allerdings ohne Thomas Oehlrich. Der Routinier, der die Deckung zusehends stabilisiert hatte, „durfte“ nach einer umstrittenen roten Karte schon duschen.

Die grün-weißen Männer kamen voller Tatendrang aus der Kabine auf die Platte zurück. Alen Milosevic markierte das 13:12, Wiesmach verwandelte einen Siebenmeter zum zwischenzeitlichen 16:15 sicher. Schließlich lagen die Gastgeber mit 22:20 Toren in Führung und befanden sich gleichzeitig in doppelter Überzahl, da die Gäste in unmittelbarer Folge zwei Zeitstrafen erhalten hatten. Die Chance, einen noch größeren Vorsprung zu erzielen, war riesengroß. Doch der Vorteil wurde auf Grund eines technischen Fehlers und eines Fehlwurfes nicht genutzt. Stattdessen markierten die gerade eingewechselten David Schmidt und Michael Schweikardt das 22:22.

So begann die Begegnung in den letzten zehn Minuten praktisch von vorn. Die Schlussphase wurde einerseits vom Bittenfelder Schmidt, der weitere drei Treffer aus dem Rückraum erzielte, und andererseits vom weiterhin sehr starken Bitterfelder Keeper geprägt. Das war Bitter! Er konnte sowohl eine Großchance von Pieczkowski als auch Weber parieren und dadurch einen abermaligen Rückstand seines Teams verhindern. Letztendlich schaffte Simon Baumgarten das von den Gästen frenetisch gefeierte 27:25. Lukas Binder markierte mit dem Schlusspfiff das letzte Tor. Aus die Maus.

Michael Biegler (Trainer SC DHfK Leipzig): 

„Wir können nach diesem Spielverlauf nicht froh sein. Ich habe heute eine Mannschaft gesehen, die alles versucht hat. Aivis Jurdzs hat es trotz seine Adduktorenprobleme probiert. Philipp Weber war zwei Wochen raus und hat natürlich etwas Anlaufzeit gebraucht. In der Anfangsphase hat uns zunächst die Wurfqualität gefehlt, aber als diese dann besser wurde, waren wir auch im Spiel. Dass wir vor der Halbzeit Thomas Oehlrich durch eine rote Karte verlieren, dafür habe ich jedoch gar kein Verständnis. Wir mussten dadurch die Deckung nochmals umstellen. In der Schlussphase haben wir einige gute Gelegenheiten ausgelassen und uns zu viele Fehler geleistet. Am Ende haben Kleinigkeiten dieses Spiel entschieden. Meine Mannschaft hat trotzdem alles gegeben und zusammen mit den Fans gefightet. Für die überragende Unterstützung durch die Zuschauer möchte ich mich bedanken.“

Jürgen Schweikardt (Trainer TVB 1898 Stuttgart): 

„Das war ein sehr intensives und heißes Spiel. Wir sind sehr gut in die Partie gestartet. Natürlich hatten wir gehofft, dass es bei Leipzig durch die vielen verletzten Spieler noch nicht rund läuft. In der ersten Halbzeit ziehen wir auf vier Tore weg und könnten vielleicht sogar noch höher führen. Dann gehen wir mit nur einem Tor Vorsprung in die Pause und geraten in der zweiten Halbzeit mit zwei Toren in Rückstand. Nachdem wir gegen Rimpar aus dem Pokal ausgeschieden sind, standen wir heute schon unter Druck eine gute Leistung zu zeigen. Meine Spieler verdienen großen Respekt, dass sie nach dem Rückstand nicht eingebrochen sind. Wir haben bis zum Schluss gekämpft und sind am Ende dafür belohnt worden.“

Statistik: 

SC DHfK Leipzig: Putera; Wiesmach 6/2, Santos 2/1, Baumgärtel 1, Jurdzs, Semper 7, Roscheck, Weber 5, Pieczkowski 1, Milosevic 3, Oehlrich, Binder 1

TVB Stuttgart: Bitter, Maier; Schimmelbauer 1, Weiß 3, Schagen 4/3, Schweikardt 2, Späth 1, Markotic 4, Baumgarten 3, Röthlisberger, Burmeister, von Deschwanden 2, Pfattheicher 3, Schmidt 4

Zuschauer: 3376

Siebenmeter: Leipzig 4/3, Stuttgart 3/3

Strafminuten: Leipzig 12 Min, Stuttgart 12 Min

Rote Karte: Oehlrich (SC DHfK, 30. Min)