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„SC DHfK Leipzig“ lässt Auswärtssieg liegen

Das hatten vor der Saison vor allem die schwäbischen Experten gaaanz anders erwartet: Eigentlich sollte die eigene Männermannschaft auf einem internationalen Startplatz stehen und die anderen dahinter. Drum wollten die grün-weißen Schwaben das Bundesligaspiel gegen die grün-weißen Sachsen gewinnen, um unterm Tannenbaum in sinnlicher Ruhe mit der Modelleisenbahn (vielleicht aus Sonneberg) zu spielen. Frisch auf! Die einheimische Turn- und Polizeisportgemeinschaft aus Göppingen siegte mit 26:25 Toren denkbar knapp.

Die körperlich sehr robusten Schwaben starteten schwungvoll in die Partie. Sie setzten den Aufsteiger aus der vergangenen Saison sofort unter Dauerdruck. Die international sehr erfahrenen Daniel Fontaine, Lars Kaufmann, Tim Kneule und Zarko Sesum (zusammen 287 Länderspiele) wirbelten im Rückraum. Auch Marco Rentschler auf Rechtsaußen wusste zu überzeugen und avancierte zum besten Torschützen des Spiels. Dank seiner neun Treffer marschierten die Gastgeber in der Hölle, Hölle, Hölle drei Viertel des Matches vorneweg. 1:0, 5:2, 8:7, 13:8, Halbzeit 15:11, 17:14, 21:16. Die Zuschauer begannen schon, den dritten Bundesligasieg der Schaben in Folge zu feiern.

„Wir konnten wieder mit einer sehr beweglichen und aggressiven Abwehr aufwarten, aber die Leistung im Angriff nicht fortsetzen. Wir hatten insbesondere in der ersten Halbzeit zu viele Zweikämpfe verloren und einige technische Fehler“, schätzte Chefcoach Christian Prokop das Geschehen bis zur Mitte der zweiten Halbzeit ein. Auch Christoph Steinert ärgerte sich über die Leistung sehr: „Uns fehlte sehr lange das Tempo und das gesunde Risiko im Vorwärtsgang.“ Wir hatten die beiden Protagonisten nach der Begegnung getrennt voneinander befragt.

Doch körperkulturelle Handballer geben niemals auf. „Ich bin stolz, so eine Mannschaft trainieren zu dürfen!“ sagte CCCP ergriffen. Plötzlich drehten seine Schützlinge auf. Erst netzte Niclas Pieczkowski mehrmals ein. Dann erzielte Bastian Roscheck das zwischenzeitliche 21:18, schaffte Captain Lukas Binder drei Minuten später das Anschlusstor. Der komfortable Vorsprung der Schwaben schmolz zusehends zusammen, bis Christoph Steinert den SC Leipzig, so wurden die Gäste vom Hallensprecher permanent bezeichnet, zwei Mal in Führung warf. 22:23. 23:24. Die Handballer vom Sportclub der deutschen Hochschule für Körperkultur hatten tatsächlich die Chance, mindestens einen Zähler vom Stuttgarter Stadtrand mitzunehmen.

Die einheimischen Schwaben hatten in der Schlussphase die Führung erneut übernommen, doch dreißig Sekunden vor dem Schlusspfiff den Ball verloren, dreißig Sekunden, die eigentlich für einen konzentrierten Angriff der Gäste reichen sollten. Allerdings kehrte in dem Hexenkessel in diesem Augenblick keine Ruhe in die eigenen Aktionen ein, zwei, drei überhastete Zuspiele, schon waren die Sachsen die Nülle wieder los. Sie haben auf Grund eines technischen Fehlers einen durchaus möglichen Auswärtspunkt liegen gelassen. Trotzdem können die Spieler erhobenen Hauptes und schwungvoll ins bevorstehende Pokalspiel am Dienstag gegen die TSV Hannover-Burgdorf gehen. Denn nicht der SC DHfK Leipzig, sondern der SC Leipzig, ein eigentlich ganz anderer Verein, hat auswärts in Göppingen verloren. Spielbericht: Leutzscher Welle

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