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SC DHfK Leipzig nach großer Aufholjagd: Leipzig und Stuttgart teilen sich die Punkte 

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben sich beim Heimspiel gegen den TVB 1898 Stuttgart nach zwischenzeitlichem 7-Tore-Rückstand noch einen Punkt erkämpft. Vor 4018 Zuschauern in der prächtig gefüllten ARENA Leipzig lieferten sich beide Mannschaften einen packenden Kampf bis zur letzten Sekunde.

„Wir wollen gegen Stuttgart schon in der ersten Viertelstunde die Richtung vorgeben“, hatte DHfK-Trainer Michael Biegler vor der Begegnung angekündigt. Doch analog zu den letzten Auftritten konnten die Leipziger dieses Vorhaben in der ersten Halbzeit erneut nicht in die Tat umsetzen. Nach ordentlichem Beginn und Toren von Rojewski, Milosevic und Pieczkowski leuchtete auf dem Videowürfel der ARENA nach sieben Minuten eine 3:2-Führung für die DHfK-Männer. Diese Startphase sorgt jedoch nicht für die nötige Sicherheit bei den Gastgebern und Leipzig verlor mehr und mehr den Faden. So stand nach 15 Spielminuten bereits ein deutlicher Rückstand von 4:9 zu Buche.

Begünstigt durch drei vergebene Siebenmeter von Weber, Kunkel und Rojewski vergrößerte sich der Abstand zum TVB Stuttgart sogar auf sieben Treffer (5:12 nach 20 Minuten). Und auch der Schlusspunkt der ersten Halbzeit sollte den Gästen gehören: Mit der Pausensirene konnte Stefan Salger einnetzen, sodass die Seiten schließlich bei einem Halbzeitstand von 9:14 gewechselt wurden.

Dass sich die Männer des SC DHfK Leipzig niemals aufgeben und mit ihren kämpferischen Tugenden immer in der Lage sind, auch hohe Rückstände zu egalisieren, hatten sie in der Bundesliga schon mehrfach unter Beweis gestellt. Auch an diesem Handballmittag sollte sich das wieder bestätigen. Angeführt von Maximilian Janke (7 Treffer) Andreas Rojewski (6 Treffer) robbten sich die körperkulturellen Handballer Tor für Tor heran und lagen 15 Minuten vor Ultimo nur noch zwei Treffer hinten. Längst war der Funke von der Platte auch auf die über 4000 grün-weißen Fans übergeschwappt und die Auseinandersetzung entwickelte sich zu einem echten Handballkrimi.

10 Minuten vor dem Ende gelang Andreas Rojewski das langersehnte Ausgleichstor, in der 54. Minute konnte Philipp Weber seine Leipziger Jungs dann sogar erstmals seit dem 3:2 in Führung bringen. In einer Schlussphase auf Messers Schneide hatte der TVB Stuttgart schlussendlich den letzten Angriff und die Chance, zwei Punkte aus Leipzig zu entführen, doch „Hexer“ Milos Putera krönte seine überragende Leistung und sicherte mit seiner insgesamt zwölften Parade den Punktgewinn. ____________________________________

Am Rande des Krimis gegen Stuttgart wurde am außerdem bekannt gegeben, das Benjamin Meschke den SC DHfK Leipzig nach Ende der Saison in Richtung Balingen verlassen wird. Der Verein hat den auslaufenden Vertrag mit dem 27-Jährigen nicht verlängert.

„Nach intensiven Überlegungen haben wir uns dafür entschieden, einen neuen Kreisläufer zu suchen, den wir sowohl im Angriff, als auch in der Abwehr in unser System integrieren können. Damit wollen wir der Mannschaft einen zusätzlichen Impuls zur Weiterentwicklung geben. Benny hat in den letzten drei Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der SC DHfK Leipzig so schnell in der DKB Handball-Bundesliga etabliert hat. Wir sind ihm sehr dankbar für sein Engagement in Leipzig, freuen uns auf den gemeinsamen Saisonendspurt und wünschen ihm viel Glück für seine sportliche Zukunft beim HBW Balingen-Weilstetten“, so Geschäftsführer Karsten Günther.

Statistik:

SC DHfK Leipzig gegen TVB 1898 Stuttgart 24:24 (9:14)

Leipzig: Vortmann; Putera; Rojewski (6/3); Krzikalla; Binder (1); Janke (7); Pieczkowski (3); Kunkel; Roscheck; Weber (3); Rivesjoe; Strosack (2); Remke; Meschke; Milosevic (2)

Stuttgart: Bitter; Maier; Schimmelbauer (1); Lobedank; Salger (3); Weiß (3); Schagen (1); Schweikardt (3/2); Späth (1); Kraus (9/3); Baumgarten (1); Röthlisberger; Kretschmer; Orlowski (1); Pfattheicher (1)

Siebenmeter: Leipzig 3/6; Stuttgart 5/6

Strafen: Leipzig 8 Min; Stuttgart 10 Min

Zuschauer: 4018 Handballfans in der ARENA Leipzig

Jürgen Schweikardt (Trainer TVB Stuttgart):

„Es fühlt sich eher wie ein verlorener als ein gewonnener Punkt an. Wir haben das heute über weite Strecken sehr gut gemacht und konnten in der ersten Halbzeit aus einer stabilen Deckung heraus Tempo machen. Auch aufgrund der drei gehaltenen Siebenmeter von Jogi Bitter waren wir zwischendurch schon sehr weit weg. Es war aber klar, dass wir das Spiel nicht über die kompletten 60 Minuten so dominieren werden. In der zweiten Halbzeit haben wir uns schwer getan und unseren Vorsprung peu á peu verloren. Dann kommen wir sogar ins Hintertreffen, aber ich bin stolz, dass sich meine Mannschaft in der Phase nicht hängen gelassen hat. So nehmen wir den Punkt gern mit zurück nach Stuttgart.“

Michael Biegler (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Dieses Ergebnis bietet natürlich viele Sichtweisen. Aufgrund der ersten Halbzeit müssen wir über den Punkt zufrieden sein, auch wenn wir uns das heute ganz anders vorgenommen hatten. Uns ist es in der ersten Halbzeit nicht gelungen, das Kreisläuferspiel zu unterbinden und vorn hat der Zug zum Tor gefehlt. Wir haben auch zu viele hundertprozentige Chancen liegengelassen. Dadurch waren wir wieder in einer Situation, wo wir reparieren mussten. Wir waren zwar heute von Anfang an präsent, aber nach dem 3:3 haben wir die falschen Entscheidungen beim Abschluss getroffen und sind dadurch ins Hintertreffen geraten. Auch dank der Unterstützung von den Fans ist uns eine große Aufholjagd gelungen und wir haben uns noch einen Punkt erkämpft.“

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