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SC DHfK Leipzig vergoldet Oktober

Die körperkulturellen Handballer können mit den Ergebnissen in jenem goldenen Monat zufrieden sein. Sie haben alle Punktspiele gegen Melsungen, Lemgo, Gummersbach und Stuttgart gewonnen und darüber hinaus das Viertelfinale im DHB-Pokal erreicht. Die genannten vier Siege in Folge in der ersten Bundesliga bedeuten neuen Vereinsrekord. Außerdem wurden am Sonntag über 4000 Zuschauer in die Arena an der Jahnallee gelockt. Die Handballfans sahen erneut eine konzentrierte Leistung der Einheimischen mit einem sicheren 25:20 (12:8) Sieg gegen den schwäbischen TVB 1898 Stuttgart.

Schon in der Startphase wurden die Weichen zum vierten H-E-I-M-S-I-E-G in der laufenden Saison gestellt. Niclas Pieczkowski versenkte einen Schlagwurf aus dem Rückraum und Lukas Binder einen Konter. Auch Abwehrchef Bastian Rocheck erzielte einen Treffer nach einem schnellen Gegenstoß. Die grün-weißen Sachsen lagen in der zehnten Minute der Begegnung der beiden Aufsteiger der letzten Saison mit 5:4 Toren vorn.

Eigentlich hatten die Bittenfelder (vom nordöstlichen Stadtrand von Stuttgart) und einige Experten mit einer engen Auseinandersetzung gerechnet. Immerhin besitzen die Schwaben mit Johannes Bitter und Michael Kraus zwei frühere Weltmeister und Dominik Weiß einen angehenden Nationalspieler im Kader. Auch Celebi, Coric, Fotache, Jerkovic und Schagen bringen viel internationale Erfahrung mit. Obendrein wurde im vergangenen Sommer mit Markus Baur ein renommierter Trainer engagiert, der erleben musste, wie seine Männer zwölf Minuten kein einziges Mal trafen. „Wir haben keine Zweikämpfe gewonnen und konnten keine Gegenwehr leisten. Es schien, als hätten meine Spieler die Buchsen voll!“ schätzte der Coach der Schwaben nach dem Match ein. Jedenfalls hatten die Gastgeber die knappe Führung in der 22. Minute auf 9:5 Wirkungstreffer ausgebaut.

Auf der Gegenseite stellte Chefcoach Christian Prokop fest, dass seine Mannschaft die besprochene Taktik umsetzte: „Wir wussten, dass wieder Kampf, Laufbereitschaft und Willen entscheiden werden. Wir haben uns insbesondere in der Abwehr den Hintern aufgerissen.“ Der einzige Wermutstropfen bis zur Pause war, dass seine Schützlinge einen viel größeren Vorsprung verschenkten und viele Chancen ausließen. Das Halbzeitergebnis (12:8) spiegelte die spielerische Überlegenheit der Sachsen nur annähernd wieder.

„Auch aus diesem Grund müssen wir weiterhin Druck machen“, hatte CCCP seine Männer in der Kabine gewarnt. Seiner Forderung folgten entsprechende Taten der Grün-Weißen. Andreas Rojewski verwandelte alle seine Siebenmeter sehr sicher, Peter Strosack präsentierte sich ebenfalls in ansteigender Form. Die Sachsen ließen die Schwaben auf maximal drei Treffer herankommen, um danach wieder davonzuziehen. Die Stationen nach dem Seitenwechsel waren 15:9, 16:11, 17:14, 20:14 oder 22:17. Allein Johannes Bitter mit seinen zahllosen Paraden und Marian Orlowski mit seinen acht Treffern konnten eine noch höhere Niederlage der Gäste verhindern. Das Endergebnis lautete 25:20.

Schließlich wollten die Journalisten von den Trainern noch wissen, welcher der beiden früheren Hamburger Keeper, Jens Vortmann oder Johannes Bitter, der Mann des Spieles gewesen sei. „Wir haben mit fünf Toren gewonnen!“ antwortete Christian Prokop mit einem Lächeln auf den Lippen und gab schließlich seiner siegreichen Mannschaft mehrere Tage frei. Sie sollen für die folgenden schweren Aufgaben im grauen November in Berlin, Kiel und Flensburg den Akku aufladen.

Spielbericht: Leutzscher Welle 

Statistik:

SC DHfK Leipzig gegen TVB Stuttgart 25:20 (12:8)

SC DHfK Leipzig: Putera, Vortmann; Semper 1, Rojewski 7/4, Jurdzs 2, Binder 5, Janke, Pieczkowski 3, Roscheck 1, Strosack 3, Becvar 1, Milosevic 2/1

TVB Stuttgart: Jerkovic; Bitter; Schimmelbauer, Lobedank 1, Weiß 2, Schagen 1/1, Schweikardt 3, Kraus 3, Baumgarten 1, Fotache 1, Kretschmer, Orlowski 8, M’Bengue, Coric, Bischoff, Celebi Zuschauer: 4084 Handballfans in der ARENA Leipzig

Schiedsrichter: Horath, Thomas / Hofmann, Timo

Siebenmeter: Leipzig 5/5, Stuttgart 1/2

Zeitstrafen: Leipzig 0 Min, Stuttgart 12 Min

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