Sportive LE Background

SC DHfK: „One for you, one for me“

Die 3868 Zuschauer in der Arena Leipzig wollten wissen, ob die Handballer aus Leipzig oder Wetzlar das Überraschungsteam in der ersten Bundesliga sind. Auf diese Frage haben sie keine Antwort erhalten. Die beiden grün-weißen Mannschaften trennten sich 22:22 (11:14) unentschieden; und beide Trainer sprachen von einem gewonnen Punkt. „Es hätte ein Sieg aber auch eine Niederlage sein können!“ schätzten sowohl Christian Prokop als auch Kai Wandschneider ein.

Die Führung in dem engen Match wechselte ständig. Erst lagen die Sachsen mehrmals vorn. 1:0, 3:1, 5:4, 8:6. Dann rissen die Hessen das Geschehen an sich. 8:9, 10:12, 11:14. Vorneweg Andreas Wolff im Kasten und Steffen Fäth im Rückraum. Der deutsche Nationaltorwart Wolff hielt etliche frei Würfe der Gastgeber, der deutsche Nationalspieler Fäth schaffte acht Wirkungstreffer. Immer, wenn Wetzlar ein Treffer brauchte, legte der ehemalige Gummersbacher los. Rummms! So schienen die Gastgeber zur Halbzeit auf der Verliererstraße zu sein. Chefcoach Christian Prokop an der Seitenlinie haderte insbesondere mit der Effektivität seiner Jungs. „Wir haben einfach zu viele Chancen ausgelassen!“

Doch die körperkulturellen Jungs kamen stark verbessert aus der Kabine zurück. Sie schafften innerhalb neun Minuten das umjubelte 16:16. Philipp Weber hatte seinen fünften Strafwurf verwertet. Die Auseinandersetzung war völlig offen, auch, weil Torhüter Felix „der Glückliche“ Storbeck über 60 Prozent gehaltener Bälle verbuchte. 16:18, 19:18, 19:20, 21:20, 21:22. In der vorletzten Minute wurde dann wieder Alen Milosevic umgeruppt und Christoph Immel und Roland Klein entschieden erneut auf Siebenmeter, den Weber sicher verwandelte. Ausgleich!

So begannen die letzten 60 Sekunden des Spieles, die voller Spannung und Dramatik steckten. Erst hämmerte der überragende Fäth die Lederkugel um Millimeter am Pfosten vorbei, dann wurde gegen die vehement angreifenden Sachsen– gegen das Empfinden der Zuschauer – ein Stürmerfoul gepfiffen. „Es gibt immer Fifty-Fifty-Entscheidungen in einem engen Spiel. Doch die Schiedsrichter haben insgesamt sehr neutral gepfiffen“, erinnerte sich CCCP. Die spannende, messerscharfe und dennoch sehr faire Begegnung hatte mit dem Remis einen gerechten Ausgang gefunden.

Spielbericht: Leutzscher Welle 

Statistik:

SC DHfK Leipzig gegen HSG Wetzlar 22:22 (11:14)

Stationen: 3:2, 7:5, 8:9, 10:10, 11:14, 14:15, 16:18, 19:18, 19:20, 21: 20, 21:22, 22:22

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Putera; Semper 1, Steinert 1, Jurdsz, Krzikalla, Pöter 2/1, Oehlrich, Binder 3, Roscheck, Weber 10/8, Zhedik 1, Meschke, Milosevic 1

Wetzlar: Wolff, Weber; Prieto, Lipovina 2, Ferraz 2, Weber, Laudt 1, Holst 6/2, Fäth 8, Bliznac, Joli 1, Klesniks, Kohlbacher 2, Mirkulovski

Zuschauer: 3868 Handballfans in der Arena Leipzig

Schiedsrichter: Christoph Immel (Tönisvorst), Ronald Klein (Ratingen)

Siebenmeter: Leipzig 9/9, Wetzlar 2/2

Zeitstrafen: Leipzig 2 min, Wetzlar 8 min

Trainerstimmer:

Trainer Kai Wandschneider (HSG Wetzlar): „Glückwunsch an Christian und seine Mannschaft zum Punktgewinn. Wir haben in der ersten Halbzeit 11:14 geführt und sind dann nicht gut aus der Kabine gekommen. Beide Teams haben unheimlich gekämpft und die herausragenden Leistungen haben wir heute in der Abwehr und im Tor gesehen. Im Angriff wurde Steffen Fäth weitgehend allein gelassen. Ein Auswärtspunkt ist gut für uns, damit haben wir nun sowohl auswärts als auch daheim je zehn Punkte geholt. Wir sind etwas müde in den Beinen und im Kopf, das Unentschieden heute bringt uns nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Spur.“

Trainer Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): „Heute war unglaublich viel Kampf und mentale Stärke gefordert. Unsere Nerven wurden mehrfach auf die Probe gestellt. Wir sind sehr oft an Nationaltorhüter Andreas Wolff gescheitert, doch haben trotzdem den Kampf voll angenommen. Unser Publikum hat uns wieder hervorragend den Rücken gestärkt, unsere Fans sind immer wieder eine fantastische und faire Unterstützung. Mit einer besseren Chancenverwertung hätten wir auch gewinnen können, doch zwischendurch sahen wir einige Male bereits wie der Verlierer aus. Daher bin ich zufrieden mit dem Unentschieden, denn wir freuen uns über jeden Punkt.“

Ihre Kommentar