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SC DHfK vs. THW Kiel: Den Weltstars im Zebrapelz unterlegen

Den Weltstars im Zebrapelz unterlegen

Der THW Kiel zählt zu den besten Handballteams weltweit. Das bewies der deutsche Serienmeister in der ARENA Leipzig vor 6327 Zuschauern eindrucksvoll. Er besiegte die keinesfalls enttäuschenden Männer von der deutschen Hochschule für Körperkultur im letzten Hinrundenspiel mit 38:33 (21:13) Toren.

Die ambitionierten Gastgeber waren sehr schwungvoll in die Auseinandersetzung mit dem Meisterschaftsanwärter aus dem hohen Norden gestartet. Christoph Steinert und Alen Milosevic hatten die grün-weißen Handballer in den ersten Minuten in Führung geworfen. Sie zeigten viele Varianten im Angriff, doch ließen zwei gute Chancen liegen. Dann landeten zwei Zuspiele beim Gegner. Das nutzten die routinierten Kieler mit ihrer riesengroßen Erfahrung (18 Spieler haben zusammen 1537 Länderspiele bestritten) aus. Vorneweg die deutschen Nationalspieler Christian Dissinger und Steffen Weinhold aus dem Rückraum. Sie ließen den einheimischen Torhütern keine Chance. Die Stationen lauteten 5:6, 7:11, 10:16, 11:18, 13:21. Die Begegnung war praktisch zur Halbzeit entschieden. Wenn eine Weltauswahl (im Zebrapelz) einen krassen Außenseiter mit hoher Konzentration bespielt, sehen die Gegner keinen Stich. Trainer Alfred Gislason: „Unsere erste Halbzeit war nahezu perfekt.“ Oder?

Die körperkulturellen Handballer hatten in der laufenden Saison schon mehrere Male ein großes Kämpferherz bewiesen und dadurch 15 Pluspunkte für den Klassenerhalt sammeln können. Das hatte der THW aus Presse, Funk und Fernsehen erfahren dürfen. In der Mitte der zweiten Halbzeit bekamen die Weltstars um Duvnjak, Ekberg, Landin, Toft Hansen oder Vujin die Leidenschaft aus nächster Nähe zu spüren. So geht sächsisch: Erst gelangen Philipp Pöter zwei sehenswerte Aktionen, die die stimmungsvollen Zuschauer in der ausverkauften Arena aus den Schalensitzen rissen, dann parierte Milos Putera einige Würfe. Die körperkulturellen Handballer kamen durch Benjamin Meschke, Philipp Pöter, Marvin Sommer und Philipp Weber auf 28:32 Tore heran. Sollte die Partie doch noch einen überraschenden Ausgang finden?

Nein. Dissinger, Duvnjak und Weinhold netzten innerhalb 120 Sekunden zur Entscheidung aus dem Rückraum ein. Da halfen die sensationellen 20 Tore der Einheimischen in der zweiten Halbzeit nichts. Das „Spiel des Jahres“ wurde gegen den haushohen Favoriten schließlich mit 33:38 Toren verloren.

Spielbericht: Leutzscher Welle 

SC DHfK Leipzig gegen THW Kiel 33:38 (13:21)

Stationen: 2:1, 2:3, 4:4, 5:7, 7:8, 8:12, 10:16, 13:18, 13:21, 16:23, 17:27, 21:30, 27:31, 28:35, 31:37, 33:38

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Putera; Semper 1, Steinert 2, Jurdsz 1, Krzikalla 3, Pöter 6, Binder 3, Sommer 3, Roscheck 1, Weber 8/7, Zhedik 1, Meschke 2, Milosevic 2

THW Kiel: Landin, Katsigiannis; Duvnjak 6, Toft Hansen 2, Mamelund, Sprenger, Weinhold 5, Dissinger 11, Ekberg 7/1, Anic 4, Canellas 2, Klein 1, Vujin, Oprea

Zuschauer: 6327 Handballfans in der Arena Leipzig

Schiedsrichter: Hanspeter Brodbeck, Simon Reich

Siebenmeter: Leipzig 8/7, Wetzlar 2/1 Zeitstrafen: Leipzig 6 min, Kiel 6 min

Trainer Alfred Gislason (THW Kiel): „Ein Sieg in Leipzig war keine Pflichtaufgabe. Ich habe die meisten Spiele der Leipziger gesehen und es waren viele sehr gute, enge Spiele. Die erste Halbzeit von uns war fast perfekt. Wir waren schon zehn Tore weg, doch haben das leider nicht halten können. Riesen Kompliment auch an die Leipziger Mannschaft, die sich nie aufgegeben hat.

Nach dem Zwischenstand hätten wir zwar höher gewinnen müssen, doch ich bin sonst sehr zufrieden mit unserer heutigen Leistung. Der SC DHfK ist der stärkste Aufsteiger seit einigen Jahren. Ich zolle meinen Respekt vor dem, was hier geleistet wird. Leipzig tut der Liga gut und hat eine tolle Halle. Ich wünsche mir, dass sie sich in der Liga etablieren.

Trainer Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): „Kompliment an meine Mannschaft. Viele Teams haben gegen Kiel deutliche Niederlagen kassiert. Wir haben heute wieder das gezeigt, was uns auszeichnet: Aggressivität, Leidenschaft, Kampf. Und, dass Spieler über sich hinauswachsen – so wie Philipp Pöter oder Benjamin Meschke in der zweiten Halbzeit. Es ist immer etwas Besonderes gegen den THW zu spielen, das hat man auch im Umfeld und in der Trainingswoche gemerkt. Kiel hat eine super Mannschaft und ist eine tolle Marke im deutschen Handball.

Trotzdem konnten wir von Anfang an den Respekt ablegen und gut mithalten. Leider hatten wir in der ersten Halbzeit kaum gehaltene Bälle und machen gegen Ende des ersten Abschnitts zu viele leichte Passfehler. Wir wollten heute vor dieser Kulisse Werbung für uns machen und es ist keine Schande, mit fünf Toren unterschied gegen den THW Kiel zu verlieren.“

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