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Stellungnahme zum Spiel RB Leipzig gegen SF Lotte

Offener Brief des 1. FC Lokomotive Leipzig e.V. zu Vorkommnissen am Rande des Spiels RasenBallsport Leipzig gegen Sportfreunde Lotte

Liebe Fußballfans,

wie wir verschiedenen Medien entnommen haben, waren beim Relegations-Hinspiel zum Aufstieg in die 3. Liga des RasenBallsport Leipzig gegen die Sportfreunde Lotte am vergangenen Mittwoch mehrere hundert Menschen im Gästeblock, die keine Fans der Gastmannschaft waren, sondern deren Kommen sich einzig auf die Ablehnung des gastgebenden Vereins gründete. Uns ist bekannt, dass darunter auch Sympathisanten unseres Vereins waren.

An dieser Stelle wollen wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass unser Verein diese Aktion in keiner Weise initiiert, mitgetragen, gut geheißen oder in irgendeiner Form weiter verbreitet hat. Vorstand und Aufsichtsrat des 1. FC Lok Leipzig konzentrieren ihre ganze Kraft auf die Entwicklung und das Fortbestehen unseres Vereins und wir möchten an dieser Stelle all unsere Mitglieder, Fans und Unterstützer noch einmal dazu anhalten, dies auch zu tun. Der Besuch eines Fußballspiels, um einem Verein seine verbale Abneigung entgegen zu bringen, ist deswegen aus unserer Sicht unverständlich und nicht nachvollziehbar, aber dennoch letztlich eine Privatangelegenheit und abgedeckt durch das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Scharf zu verurteilen sind in allen Stadien Akte der Gewalt, wie das Zünden und Werfen von Böllern sowie der Versuch Zäune zu übersteigen. Gewalt hat in unseren Stadien nichts zu suchen! Hierbei bieten wir den ermittelnden Behörden unsere ganze Hilfe an: Sollten an diesen Taten nachweislich Mitglieder unseres Vereins beteiligt gewesen sein, werden wir umgehend Vereinsausschlussverfahren einleiten. Jeden verbalen und körperlichen Angriff auf Fans anderer Vereine verurteilt der 1. FC Lok Leipzig mit aller Entschiedenheit.

Ganz entschieden verwahren möchten wir uns gegen Vorwürfe, die den 1. FC Lok Leipzig in die Nähe des Rechtsextremismus stellen. Konkret beziehen wir uns dabei auf einen Artikel in der Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 31.05.2013, mit dem Titel „Lottes Fans und die Katze vom Schmitz“ von Dominic Welters. Völlig unreflektiert sind dort Äußerungen aus einem Internet-Forum zu finden – darunter der Kommentar „so was kommt davon, wenn man sich mit Lok-Nazis zusammentut.“ Durch eine solche, in der auflagenstärksten Tageszeitung der Region verbreitete Aussage, fühlen wir als Verein uns gemeinsam mit all unseren Mitgliedern, Fans, Sympathisanten und Sponsoren öffentlich diffamiert und in ein falsches Licht gestellt. Präsidium und Aufsichtsrat des 1. FC Lok Leipzig verwahren sich in aller Form gegen derartige Aussagen und fordern an dieser Stelle in Zukunft eine größere journalistische Sorgfalt. Nicht wenige unserer Spieler im Erwachsenen- und Nachwuchsbereich haben einen Migrationshintergrund – die Wurzeln unserer Spieler liegen in mehr als 20 Nationen. Für mehr als 300 aktive Sportler ist unser Verein eine tolerante und weltoffene Heimstatt, in dem der Spaß am Fußballspiel und der sportliche Erfolg im Vordergrund stehen. Der wahre 1.FC Lok sind auch tausende friedliche Fans, tausende freiwillige Aufbaustunden, ehrenamtliche Übungleiter und die Erfüllung eines sozialen Auftrags als gemeinnütziger Verein. Alle Kritiker laden wir dazu ein, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen und den 1.FC Lok mit Rat und Tat zu unterstützen!

Unsere Mitglieder, Fans, Sponsoren und Förderer möchten wir dazu aufrufen, sich auch weiterhin für das Fortbestehen unseres finanziell angeschlagenen Vereins zu engagieren. Der 1. FC Lok Leipzig wurde gerade in den vergangenen Monaten aufopferungsvoll unterstützt. Innerhalb weniger Monate wurden von unseren Fans hohe Geldbeträge zur Rettung des Vereins zusammengetragen. Zudem wurde geschafft, den FC Schalke 04 für ein Spiel im Juli nach Leipzig zu holen. Zusammen mit dem Haema Blutspendedienst überlassen Lok-Fans derzeit ihr Blut beziehungsweise die damit verbundene Aufwandsentschädigung ihrem Verein. Der 1. FC Lok Leipzig wird auch künftig alles daran setzen, für aktive und passive Mitglieder eine tolerante und weltoffene Heimstatt zu sein. Stolz blicken wir dabei zurück auf über 120 Jahre Tradition mit drei Deutschen Meisterschaften, fünf Pokalsiegen und zahlreichen Europacup-Partien zurück. Spiele in unserem Bruno-Plache-Stadion sind für die ganze Familie ein stets friedliches Erlebnis. Sportlich hat zuletzt vor allem die zweite Halbserie der zurückliegenden Regionalligasaison begeistert.

Für das Rückspiel in Lotte wünschen wir den heimischen Sportfreunden und unseren sportlichen Stadtrivalen von RasenBallsport Leipzig ein friedliches Fußballfest!

Mit blau-gelben Grüßen

Präsidium und Aufsichtsrat des 1. FC Lokomotive Leipzig e.V.

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