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Vier Leipziger Sitzvolleyballer stehen im deutschen WM-Kader

Die Sitzvolleyballer des Behindertensportvereins Leipzig (BVL) hatten in den letzten Monaten allen Grund zum Feiern: Im vergangenen Jahr wurde das Team aus der Messestadt Deutscher Meister. Dafür wurden sie zu Beginn des Jahres bei der Wahl zu Leipzigs Mannschaft des Jahres auf Platz drei gewählt. „Diese Wahl hat uns enorm geholfen. Dadurch sind viele Leute auf uns aufmerksam geworden“, erklärt Tilo Garlin, Trainer und Pressewart beim BVL.

Ob die Leipziger Sitzvolleyballer weiter feiern können, werden die nächsten Wochen zeigen. Im Frühjahr wird sich entscheiden, ob Leipzig den Status eines Bundesstützpunktes verliehen bekommt. Die Hoffnung, in den Genuss der damit verbundenen höheren Fördergelder zu kommen, ist jedenfalls groß. Die Sitzballer wären nach den Schwimmerinnen und Schwimmern die zweite Abteilung des BVL, die diesen Status erhalten würde.

Außerdem wirft das Saison-Highlight bereits seine langen Schatten voraus. Im Juli steht die Weltmeisterschaft in den USA auf dem Programm – und hier wollen am Ende auch die Leipziger mitjubeln. Schließlich stehen mit Torben Schiewe, Alexander Schiffler, Benjamin Oesch und Christoph Herzog gleich vier Messestädter im WM-Kader. Das Ziel der Mannschaft von Bundestrainer Jouke de Haan ist klar: „Wir wollen eine Medaille. Ich weiß, dass die Mannschaft stark genug ist“, blickt der Bundestrainer voraus. Ein Platz auf dem Siegerpodest würde auch gleichzeitig die direkte Qualifikation für die Paralympics 2012 in London bringen.

Mit dem deutschen Meistertitel haben sich Leipziger Sitzvolleyballer auch für den Europapokal qualifiziert. Doch ob die Leipziger tatsächlich diese Chance gegen die europäischen Topteams wahrnehmen können, steht noch in den Sternen. „Wir brauchen für eine Teilnahme an diesem Europapokalturnier etwa 10.000 Euro für Unterkünfte und Startgeld. Das ist für uns nicht zu stemmen“, erklärt Tilo Garlin, der trotzdem noch auf mögliche Fördermittel für einen internationalen Start des BVL hofft.

Text/Fotos: Andreas Wendt

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