Wüste Rennen am Limit
Marathon, Triathlon, Ironman = Thomas Bohne wills wissen
Dreimal die Woche hat er dafür trainiert. Seine Erfolge sprechen für ihn. Thomas Bohne kennt seinen Körper genau und deshalb sagt er auch: »Das Laufen ist mir das Liebste.« Fast täglich läuft er. Lockere 60, 70 km in der Woche. Doch nur Strecke an Strecke reihen, ist ihm zu öde. Der 25-Jährige, der bei der Bundeswehr in Siegen Zeitsoldat ist, hat sein Ziel gefunden:« Racing the Planet«.
Eine Organisation mit gleichem Namen veranstaltet seit einigen Jahren Rennen durch die unwegsamsten Gebiete dieser Welt. Die spektakulärsten führen durch die Wüsten Sahara, Gobi und Atacama sowie durch die Antarktis. Die Renndistanz von jeweils ca. 250 km wird in sechs Etappen in sieben Tagen gelaufen. Das Tagespensum variiert z. B. bei dem Rennen durch die Sahara, das am 26. Oktober beginnt, zwischen 20 und 80 km. Gern wäre Thomas Bohne dabei, aber sein Handicap sind die 3000 Dollar Startgeld. »Logistisch ist das Rennen für die Organisatoren ein hoher Aufwand, den die Läufer so mittragen«, erklärt der Informatiker aus dem Leipziger Südraum. Dazu kommen noch die Kosten für die Anreise und die Verpflegung. Da kommt einiges zusammen. Einen entscheidenden Schritt nähert er sich seinem Ziel beim letztjährigen Rennen in der Atacama-Wüste. Er war dabei. Leider noch nicht als Starter. Auf seine Nachfrage hin bekommt er die Gelegenheit und darf als »Sweeper« die Strecke miterleben.
So erläuft er, was ihn erwartet, und beim Einsammeln von Streckenmarkierungen und Müll sieht er das Rennen aus dem Läuferblickwinkel. Für ihn ist das genau das richtige Training. Wie die Läufer muss er sich den extremen klimatischen Bedingungen mit Temperaturen von über 40º bis unter -4º C stellen. Er muss wie sie mit 3 1/2l Wasser für die Etappe haushalten. »Die gesundheitlichen Risiken sind groß,« sagt er, »Eine halbe Stunde ohne Wasser ist gefährlich.« Und eigentlich verlangt ihm das Ganze noch mehr ab als den Startern, denn als Letzter kann es auch schon mal 3 Uhr morgens sein, wenn er das Ziel erreicht.
Dabei sieht er, was anderen Menschen bisher verborgen blieb: Einzigartige, unberührte Natur. Diese ersten Erfahrungen bestätigen ihn in seinem Plan. Für das Rennen durch die Wüste Gobi meldet er sich fürs Courseteam. Mit seinem Begleiter Pierre, der auch ein erfahrener Bergsteiger ist, wird er in die Streckenplanung mit einbezogen und setzt die Markierungen. Pierre gibt viel von seinem Wissen und seinen Erfahrungen an ihn weiter.
So erzählt er Thomas Bohne, dass große Unternehmen wie der Outdoor-Ausrüster »North Face« jährlich Expeditionen, Adventureraces starten. Anders, als bei »Racing the Planet«, gibt es da kleine Gruppen mit 2-3 Teilnehmern. Die Touren werden vom Veranstalter komplett ausgerichtet. Das Problem mit dem Startgeld entfällt also. An diesem hapert es bisher für Thomas Bohnes Teilnahme am Rennen durch die Sahara. »Dabei wäre das genau die richtige Prüfung für die Produkte der Ausrüster«, bedauert er die momentane Misere.
Doch noch mehr in weiter Ferne scheint der Lauf durch die Antarktis. Voraussetzung ist dafür eine Einladung der Organisation. Eine Einladung mit Bedingungen. Denn nur diejenigen Läufer, die bei zwei Wüstenrennen durchs Ziel kommen und ein Startgeld in Höhe von 10.000 Dollar zahlen können, sind beim Abenteuer in der Schneewüste dabei. Noch gehört er nicht dazu, noch sind diese Rennen, die er selber Höllenrennen hart am Limit nennt, Zukunftsmusik. Doch wenn man wie er nach solchen Herausforderungen lechzt, dann gehört man auch zu den Ausnahmeathleten mit Steherqualität. Die wird ihm auch irgendwann einen Sponsor bringen oder Interessenten für ein Team bei den Adventureraces. Was machen Sie eigentlich in diesem Sommer?
(ps)
Kontakt
www.tomasbohne.com
Infos www.4deserts.com










